Schützenchefin will noch mehr

Schützenchefin will noch mehr

Auf dem Titularfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, dem Fest zu Ehren des Namenspatrons, wurde Cornelia Lanzmich nach ihrer historischen Wahl zur 1. Brudermeisterin in der Geschichte der Mettmanner Sebastianer in ihr Amt eingeführt.

Mettmann. Eine Frau an ihrer Spitze haben sie jetzt. Wird es demnächst auch noch eine Schützenkönigin geben? Doch so schnell wird in der St. Sebastianus Schützenbruderschaft nun auch wieder nicht geschossen. „Dafür müssten wir die Satzung ändern“, sagt die 1. Brudermeisterin Cornelia Lanzmich (36), „aber es könnte sein, dass das in Zukunft passiert.“

Auf dem Titularfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, dem Fest zu Ehren des Namenspatrons, wurde Cornelia Lanzmich nach ihrer historischen Wahl zur 1. Brudermeisterin in der Geschichte der Mettmanner Sebastianer in ihr Amt eingeführt. Großer Beifall brandete auf, als Andrea Prangenberg, Frau des amtierenden Kaisers Stefan Prangenberg, der Schützenchefin die Brudermeisterkette umlegte.

Lanzmichs Vorgänger, Uwe Büssers, sagte: „Ich weiß, was Du kannst. Das ist gut für die Bruderschaft. Und Du bist ein Dickschädel, das braucht die Bruderschaft.“ Auch Präses Markus Bosbach zeigte sich über die Wahl hoch erfreut. Frauen in Uniform — Bosbach sieht in dieser Kombination noch viel Spielraum für eine gute Zukunft in der Schützenfamilie. Pfarrer Ernst Schmidt merkte dazu an:

„Eine Frau an Ihrer Spitze, toll.“ Und auch Bürgermeister Bernd Günther gratulierte der Bruderschaft zur neuen Vorsitzenden: „Sie gehen mit der Zeit und haben eine tüchtige Frau, die eine offene und sympathische Art hat, zu ihrer 1. Brudermeisterin gemacht.“

Damit Frauen künftig stärker als bisher in der Bruderschaft aktiv werden können, will die neue Schützenchefin eine Damenkompanie gründen. „Wir wollen mitmarschieren und aktiv am Leben der Bruderschaft teilnehmen. Und nicht immer nur am Rande stehen“, sagt Lanzmich.

Präses Markus Bosbach bot in seiner Ansprache der Verwaltung und Politik an, dabei mitzuhelfen, neue Konzepte für die Oberstadt zu entwickeln. Allerdings, sagte der Seelsorger, sollte die Zahl der bisherigen Veranstaltungen und Feste auf dem Markt nicht ausgeweitet werden.

„Damit werden Sie nicht erreichen, dass mehr Leben in die Oberstadt kommt“, sagte Bosbach an die Adresse des Bürgermeisters. „Gegen die jetzigen Veranstaltungen ist überhaupt nichts zu sagen“, so Bosbach. Er werde aber darauf achten, dass auch künftig in der Lambertuskirche ungestört Gottesdienste gefeiert werden können. Der Markt gehört der Kirche. Vor 20 Jahren haben Kirche und Stadt einen Vertrag über ein Nutzungkonzept für den Markt unterzeichnet. Dieses Konzept wollen Bosbach und der Bürgermeister demnächst im Rathaus besprechen und überarbeiten.

Bei der Hutsammlung kamen sage und schreibe 1200 Euro zusammen. Das Geld wird auf Wunsch des Kaiserpaares dem Projekt „Mettmanner Kinder in Not“ gespendet.