Reha-Zentrum Düsselaue packt die Umzugskartons

Als Grund für den Wegzug nennt die Geschäftsführung Streitigkeiten mit dem Vermieter.

Erkrath. Im Gesundheitszentrum ist kein Platz für eine Reha-Einrichtung. Dieser Meinung ist zumindest Holger Flügge, der Geschäftsführer der RehaParcs an der Freiheitsstraße. Dort werden seit sechs Jahren Menschen nach orthopädischen Operationen oder mit Herz-Kreislauf-Problemen behandelt.

Der Eigentümer der Immobilie ist die BuVest mit Sitz in Düsseldorf. Sie plant den Aus- und Umbau des Gebäudes in ein modernes Gesundheitszentrum. Die Tennishallen fallen dabei weg.

Zu diesem Zweck zimmert das Planungsamt zurzeit an einem Bebauungsplan, der spezifisch auf das Bauvorhaben ausgerichtet wird. "Das ist ein seriöses Konzept", sagte gestern der Leiter des Bauordnungsamts, Helmuth Hentschel. Mitte kommenden Jahres könnte mit den Umbauarbeiten begonnen werden.

RehaParcs will mit diesem Konzept nichts zu tun haben. "Wir haben den Mietvertrag mit der BuVest gekündigt", sagte Flügge gestern. Grund ist ein seit Jahren schwelender Streit zwischen Mieter und Vermieter. "Es geht dabei um unterschiedliche Vorstellungen über die Qualität des Gebäudes", so Flügge.

Richtig ist, dass die Nutzung als Reha-Zentrum auf planerisch wackeligem Fundament steht. "Die genehmigte Nutzung ist Sport", sagt Hentschel. Für den Betrieb eines Gesundheitsbetriebs wie RehaParcs gibt es keine offizielle Genehmigung. "Wir haben die Übergangsnutzung lediglich sicher gemacht." Was einen triftigen Grund hat.

Die Stadt wollte nämlich stets vermeiden, Fakten zu schaffen, die den Betrieb im benachbarten Toni-Turek-Stadion einschränken könnten. Deshalb scheiterte auch vor Jahren ein Investor mit seinem Plan, dort ein Seniorenwohnheim zu bauen. Das Bauvorhaben der BuVest hingegen gefährdet den Sport nicht.

Was aber erwartet die täglich rund 60 Patienten, die ambulant in den RehaParcs betreut werden, und die 35 Mitarbeiter? Sie haben gute Chancen, auch künftig innerhalb Erkraths versorgt zu werden und arbeiten zu können. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir in der Stadt bleiben", so Flügge. Er habe zwei Standortalternativen, "mit denen wir uns nicht verschlechtern würden".

Interesse am Verbleib des Unternehmens in der Stadt hat auch die Verwaltung. "RehaParcs steht uns gut zu Gesicht", sagte gestern Bürgermeister Arno Werner auf Nachfrage. Auch er betont, dass jede künftige Nutzung des Gebäudes den Sportlern im Toni-Turek-Stadion keine Nachteile bescheren darf. Die seien durch ein bereits vorliegendes Lärmgutachten jedoch ausgeschlossen.

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