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Quartierprojekt: Treffpunkt für alle in Süd

Quartierprojekt: Treffpunkt für alle in Süd

Das Quartierprojekt will verschiedene Generationen in der Nachbarschaft zusammenbringen.

Mettmann. „Das Herzstück und das ganz Besondere des Projekts ist das Miteinander“, betont Claudia Lücker. Mit Magret Sönnichsen ist sie die verantwortliche Caritas-Mitarbeiterin für das Quartierprojekt „Treffpunkt-Süd“. Gemeinsames Lernen sei die Grundlage, „das ist unser Einstieg“. Mit dieser aktiven Einbindung soll ein großes Ziel erreicht werden: Älteren Menschen aus dem Quartier so lange wie möglich die Gelegenheit zu geben, selbstbestimmt und mit einem Höchstmaß an Wohlbefinden in ihren Wohnungen bleiben zu können.

Im Kern, so Roland Spazier, stellvertretender Chef des Caritas-Altenstifts, geht es weniger darum, dass Mitarbeiter Ideen einbringen. „Durch die Mitgestaltung der Bürger eröffnen sich weitere Potenziale.“ Doch dazu muss das Organisationsteam wissen, was die Bedürfnisse der Betroffenen sind. Zu dem Team gehört neben Mitarbeitern der Caritas beispielsweise auch Hildegard Arnold, Vorsitzende des Seniorenrats. „Nicht wir, sondern Bürger aus dem Stadtteil müssen sagen, ob ihnen ein Bankautomat oder ärztliche Versorgung fehlen“, sagt Claudia Lücker.

Neben der seniorengerechten Gestaltung des Wohnumfelds, sind Pflege und Betreuung vor allem als „betreutes Wohnen“ wichtig. „Wir möchten aber auch Bildungs- und Kulturangebote integrieren“, sagt Lücker. Und weiter: Kultur und Bildung sind für die Caritas-Verantwortlichen „wie Nahrung“ und „wichtiger Träger für soziale Anbindung“.

Auch eine „Sensibilisierung für die Nachbarschaft“ soll mit dem Projekt einhergehen. „Es reicht doch nicht, selbst gut versorgt zu sein. Wir wollen erreichen, dass man auch ein Auge für den Nachbarn hat“, sagt die Caritas-Mitarbeiterin. Zu Beginn der Woche sind Fragebögen an alle Bürger des Stadtteils ausgeteilt worden, zudem werden Gespräche mit Vertretern wie Pastorin Geiger geführt. Alles dient dem Zweck, zu erfahren, was die Senioren wollen, das Projekt bekannt zu machen und „großflächig im Stadtteil zu verankern“.

Immerhin, so besagt die Statistik, sind 30 Prozent der dort lebenden Bürger „Golden Ager“, also 60 Jahre und älter. Wichtiger Ankerpunkt ist die Caritas nicht allein als Träger des Projekts. Im Caritas-Altenstift soll auch ein zentraler Treffpunkt entstehen. Aus diesem Grund wird derzeit noch gebaut. Die Cafeteria, bislang von Bewohnern und deren Angehörigen genutzt, soll für alle zugänglich werden. „Wir wollen eine multifunktionale Nutzung“, sagt Roland Spazier. Dazu gehören nicht nur Umbau der Cafeteria mit neuer, moderner Beleuchtung und Bestuhlung, sondern auch ein Mittagstisch für alle.