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Parkplätze in Mettmann bleiben auch weiter kostenpflichtig

Parkplätze in Mettmann bleiben auch weiter kostenpflichtig

Pendler parken in Wohnstraßen. Übrige Parkplätze bleiben oft leer.

Mettmann. Nach wie vor fehlen Parkplätze für Pendler in der Kreisstadt. Denn: Alle Parkplätze in der Innenstadt sind kostenpflichtig oder nur mit einer Parkscheibe zu benutzen. Die Höchstparkzeit beträgt in der Regel drei Stunden. Die Brötchentaste ist von einer halben Stunde auf 15 Minuten halbiert worden. Unsinnig, sagen viele Bürger.

Binnen fünfzehn Minuten kann man in der Regel nicht einkaufen; zumal wenn man keinen Parkplatz vor dem gewünschten Geschäft findet. Ebenso unsinnig ist die kostenpflichtige Parkzeiten-Regel: wochentags von 7 bis 19 Uhr, samstags bis 16 Uhr. Der Seibelparkplatz, der teilweise als Bushalte- und -wendeplatz dient, ist täglich fast immer besetzt. Meist von Pendlern oder von den Teilnehmern der Kurse des Kreises Mettmann, die im Hochhaus an der Schwarzbachstraße stattfinden.

Und was machen die übrigen Pendler? Sie weichen in die Wohngebiete aus. Beispielsweise stellen sie ihr Auto am Brückchen oder am Klein-Goldberg ab und ernten prompt böse Blicke von den Anwohnern. Auch auf der Ley stehen Autos von Menschen, die in der Kreisstadt arbeiten. So in der Grafschaftstraße oder Leyer Straße. Dabei gibt es freie oder besser ungenutzte Parkplätze in der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt. Beispielsweise an der Elberfelder Straße. Dort hat die Stadt einen Parkautomaten aufgestellt. Die Konsequenz: Es parkt niemand mehr an der Straße. Rund 20 Parkplätze würden Pendlern dort zur Verfügung stehen, wenn sie denn kostenfrei wären.

Noch interessanter ist die Situation in der Georg-Fischer-Straße. Dort ist Parken für eine Stunde mit einer Parkscheibe erlaubt. Doch die Stunde reicht nicht, um beispielsweise zum Arzt zu gehen. Für Pendler ist die Stunden-Regelung sowieso keine Lösung. Parkplätze gäbe es an der Georg-Fischer-Straße genug. Hinzu kommt, dass die Häuser des Mettmanner Bauvereins (MBV) fast alle leergezogen sind. Der Bauverein wird sie abreißen und an ihrer Stelle Neubauten errichten. Das bedeutet: Dort wohnen (fast) keine Menschen mehr, Parkplätze am Straßenrand gibt es zuhauf, eine Anwohnerpark-Regelung macht keinen Sinn mehr.

Der Einzelhandel klagt darüber, dass infolge der Baustelle immer weniger Kunden den Weg in die Innenstadt finden. Letztlich hat dies auch etwas mit kostenfreien und leicht erreichbaren Parkplätzen zu tun. Das große Parkhaus an der Straße Am Königshof soll „nutzungsfreundlicher“ umgebaut werden.

Der Bauantrag liegt im Rathaus; wann mit dem Umbau begonnen wird, steht noch nicht fest. Wer die Innenstadt verkehrsberuhigen will, der muss gleichzeitig für genügend leicht erreichbare Parkplätze in der Periphere sorgen. Am 12. Juni wird das Thema „Parken“ auf Antrag der Grünen im Verwaltungsausschuss erneut diskutiert.