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Pandemie in Mettmann und Wülfrath: Fondium bietet Impfung auf Schicht

NRW : Impfaktion bei Fondium für Mitarbeiter von 13 Betrieben

Neben Mettmanns größtem Arbeitgeber mit rund 1000 Beschäftigten beteiligten sich weitere 13 Firmen aus der Nachbarschaft. So wurde aus der Firmenkantine eine Impfstraße mit zwei Betriebsärzten in Aktion.

In normalen Zeiten würde hier jetzt das Salatbuffet bestückt, die Tabletts und das Besteck zurechtgerückt und Teller bereitgestellt. In der Kantine von Mettmanns größtem Arbeitgeber Fondium aber ist alles ausgeräumt. Anstelle des Freitags-Fischs servieren die beiden Betriebsärzte Klaus Halbedel und Karin Nickel Biontech Pfizer pur – aufgezogen auf Spritzen. Am Ende des Tages sollen bis zu 250 Frauen und Männer ihre erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen haben. Fondium hat Unternehmen aus der Nachbarschaft eingeladen. 13 Firmen, darunter Eismann, Mono, Gather aus Wülfrath und die Kreishandwerkerschaft schickten ihre Mitarbeiter zur Impfung.

In einem Produktionsbetrieb ist Homeoffice, das Arbeiten von zu Hause aus, für viele Mitarbeiter nicht möglich. Bislang gab es deshalb die Möglichkeit bei Fondium, vor dem Haupteingang und in Kooperation mit der Biber-Apotheke einen Antigen-Schnelltest zu
machen.

Werksanitäter Ali Aksu, zugleich Mitglied im Betriebsrat, Geschäftsführer Thomas Rohde und die Mitarbeiter aus der Personalabteilung wollten es dabei nicht belassen. Vor allem die jüngeren Fondium-Mitarbeiter sollten eine Gelegenheit bekommen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Die Reaktion auf eine entsprechende Ankündigung war groß. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir in dieser schwierigen Zeit solidarisch mit anderen Firmen und sozialen Einrichtungen Schulter an Schulter gegen die Pandemie antreten“, sagt Fondium-Geschäfstführer Rohde.

Betriebsrat Osman Yönlü begrüßt aus Sicht der Arbeitnehmervertretung, dass der Arbeitgeber die Impfaktion ermöglicht, auch für Familienmitglieder. „Die meisten sind bereits gut informiert und wollen nur rasch geimpft werden“, berichtet Betriebsarzt Klaus Halbedel. Andere haben zuvor einige Fragen. Zentraler Punkt: Welchen Impfstoff gibt es? „Da wir es tendenziell mit jüngeren Menschen zu tun haben, verimpfen wir hier ausschließlich Biontech.“

Übrige Vakzine werden spontan
in der Nachbarschaft vergeben

Als bei der Fondium-Impfpremiere in der vergangenen Woche einige wenige Dosen des Vakzins übrig zu bleiben drohten, machten sich Mitarbeiter auf den Weg zu den Discountern auf der anderen Straßenseite. Eine Kassiererin krempelte spontan ihren Ärmel für einen unverhofften, aber dringend erwarteten Piks hoch.

Im gastgebenden Unternehmen Fondium läuft derweil an Impftag zwei alles mit einer gut aufeinander abgestimmten Routine ab. In dem großen Kantinenraum ist eine Tür als Eingang geöffnet. Schwarz-gelbe Markierungen auf dem Boden markieren den Einbahnstraßen-Weg über die Registrierung hin zu den beiden Ärzten mit den Spritzen. Anschließend besteht die Möglichkeit, auf Abstand und mit Masken auf bereitgestellten Stühlen etwas zu verweilen. Nach einer Viertelstunde erheben sich die frisch Geimpften.

Viele von ihnen gehen zurück an ihren Arbeitsplatz. „Wir haben die Planung extra so ausgerichtet, dass immer nur einer pro Team hier drankommt“, erläutert die Personalchefin. Da Biontech bei der ersten der beiden Schutzimpfungen bei der Mehrzahl der Empfänger nur geringe Auswirkungen hat, sei die Impfung während der Schicht problemlos möglich, heißt es. Zudem habe man den Termin eigens auf einen Freitag gelegt, damit man sich am Wochenende ausruhen könne. So soll es auch in fünf Wochen sein, wenn dann die zweite Dosis verabreicht wird.