1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Mettmann

Pandemie im Kreis Mettmann: Kreisjugendrat will Impfung plus Party

Pandemie im Kreis Mettmann : Kleine Grillparty im Impfzentrum

Um möglichst viele junge Leute zur Corona-Schutzimfung zu animieren, organisiert der Kreisjugendrat im September vier Termine. Den kleinen Piks mit großer Wirkung versüßen dann Grillspaß und alkoholfreie Cocktails.

. Bereits im Juni kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an, Ende September sollen die Impfzentren geschlossen werden. Bevor zum 1. Oktober am Timocom Platz Schluss ist, geht der Kampf gegen das Corona-Virus in eine neue Runde, eine neue Bevölkerungsgruppe ist in den Fokus gerückt: Jugendliche. Bei extra für sie organisierten Terminen können sie sich ihre Corona-Schutzimpfung verabreichen lassen. Der Kreisjugendrat macht’s möglich, in seiner vergangenen Sitzung setzten Joleen Schöneberg und Dominik Budych, die beiden Sprecher, diese Idee um. „Die Inzidenz ist zu hoch die Impfquote bei jungen Leuten zu niedrig, also wollten wir etwas tun“, fasst der 19-Jährige zusammen.

Auch in Thüringen versüßen Zugaben die Impfung

Lange gab es kein Vakzin. „Kaum hatte die Impfkommission ihre Empfehlung ausgesprochen, setzten wir uns zusammen“, sagt er über Treffen mit Joleen Schöneberg. Parallel dazu fiel der Blick nach Thüringen, wo Impfaktien für Jugendliche durch besondere Anreize versüßt wurden. „Das bieten wir jetzt auch am Timocom Platz an“, zurzeit laufen die finalen Absprachen mit Mirko Braunheim, organisatorischer Leiter des Impfzentrums. Die Sonder-Impfaktion ist beschlossene Sache und wird Samstag, 4., und Sonntag, 5. September, jeweils von 13 bis 18 Uhr durchgeführt. „Dafür mussten wir keine Hindernisse überwinden, wir stießen in der Sitzung ausschließlich auf positive Resonanz“, berichtet Dominik Budych. „In der Sitzung gab es keine Diskussion über ein ‚ob’, nur die Frage nach dem ‚wann’.“

Die Mitglieder des Kreisjugendrats spendieren quasi eine kleine Grillparty. Es soll Würstchen im Brötchen geben, „und natürlich vegane Alternativen, die sind ebenfalls eingeplant“, wie Dominik Budych Appetit auch auf Süßigkeiten sowie alkoholfreie Cocktails und Getränke Appetit macht. „Wir wollen einfach noch einen Schub in Richtung ‚ich lasse mich impfen!’ geben.“ Etwa 31 000 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren besuchen Schulen im Kreis Mettmann. Davon sind bislang knapp 30 Prozent erstgeimpft. Die Impfquoten in dieser Altersgruppe soll weiter steigen, Resümee der Sitzung ist, dass viele junge Leute von sich aus aus sagen, dass sie die Impfung wollen, wie die Kreisjugendratsmitglieder wissen. „Viele machen sich Gedanken. Manche haben auch Angst, gefährdeten Personen die Erkrankung zu übertragen.“ Es gibt Jugendliche, die ihre Großeltern nicht mehr treffen, auch wenn die schon geimpft sind.

„Unsere Generation hat besonders stark unter der Pandemie gelitten. Wir können uns jetzt selber helfen, indem wir unseren Beitrag leisten“, erklärt Dominik Budych. „Wir wollen endlich wieder richtig leben und mitmachen“, für Geimpfte ist das möglich. „Lange genug haben wir auf richtige Treffen im Freundeskreis verzichtet und haben auf sozialen Leben auch in Form von Partys verzichtet.“ Das soll sich endlich wieder ändern.

Nur mit vielen Geimpften gibt es eine Herdenimmunität

Die Impfaktion hält Jürgen Korbmacher, Arzt im Impfzentrum, für „ganz wichtig. Um Herdenimmunität zu erreichen, brauchen wir so viel wie möglich Geimpfte.“ Vor allem mit Blick auf die „hochinfektiöse Delta-Variante, die derzeit kursiert“ sind Corona-Schutzimpfungen wichtig. „Aktuell nehmen wir wahr, dass vermehrt die jüngeren Altersgruppen von einer Coronainfektion betroffen sind. Daher befürworte ich die Aktion des Kreisjugendrats. Es freut mich, dass hier ein Anreiz geschaffen wird, um die Impfquote in den jüngeren Altersgruppen zu steigern“, betont Landrat Thomas Hendele.

Die Aktion soll mit Zweitimpfungsterminen Samstag, 25., sowie Sonntag, 26. September, wiederholt werden. Zu allen Terminen ist ein Kinderarzt für Beratungsgespräche anwesend. „Jede einzelne Impfung hilft. Der Kreisjugendrat möchte einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten”, führt Joleen Schöneberg aus.