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Pandemie im Kreis Mettmann: 283.431 Impfungen ohne ernste Probleme

NRW : 283 431 Impfungen verabreicht

Zurzeit stützen die Impfungen für 12- bis 15-Jährige die Impfquote im Kreis Mettmann. Das Impfzentrum des Kreises ist nur noch zur Hälfte ausgelastet. Mobile Impfteams besuchen in den nächsten Tagen die Städte.

Seit 183 Tagen arbeiten Ärzte, Apotheker und Helfer im Impfzentrum des Kreises Mettmann in Erkrath. Stand Montag, 12.30 Uhr, haben sie in dieser Zeit 283 431 Impfungen verabreicht, davon sind 133 091 Zweitimpfungen gewesen. „In dieser ganzen Zeit haben wir im Impfzentrum am Timocomplatz keinen einzigen anaphylaktischen Schock behandeln müssen“, bilanziert der leitende Impfarzt Dr. Thomas Nasse. Einige Male mussten Sanitäter gerufen werden. „Dabei handelte es sich um Menschen mit Kreislaufproblemen“, sagt Nasse. Für ihn sind diese Zahlen der Beleg dafür, „was für dummes Zeug im Internet über die Impfung erzählt wird. Nichts davon ist wahr. Ich bin ein Impf-Fan“, wirbt Nasse.

Vor allem jetzt sollten Ungeimpfte ihre Trägheit überwinden und entweder das Impfzentrum in Hochdahl aufsuchen – Nasse: „Das geht auch ohne Termin.“ Oder einen Arzt des Vertrauens um den Pieks gegen das Coronavirus bitten. „Ich nenne ihnen auf Anhieb drei gute Gründe dafür, warum man sich impfen lassen sollte“, sagt Nasse. „Das sind Reiserückkehrer, der bevorstehende Schulbeginn und die Freiheit, die man sich damit erwirbt.“

 Dr. Thomas Nasse, leitender Impfarzt: „Bislang keine Probleme.“
Dr. Thomas Nasse, leitender Impfarzt: „Bislang keine Probleme.“ Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Leitender Impfarzt appelliert
an Bürger im Kreis Mettmann

Die jetzt aus den Ferienhochburgen nach Mettmann, Erkrath oder Wülfrath zurückkehrenden Menschen kommen, so Nasse, aus Hochinzidenz-Gebieten. Die Ferieninsel Ibiza lag jenseits von 1000, Mallorca jenseits von 300. „Wer jetzt noch nicht geimpft ist, läuft in diesen Tagen in ein hohes Risiko, sich jetzt anzustecken“, warnt Nasse. Dasselbe gelte für die Kinder und Jugendlichen, die bald wieder zur Schule gehen müssten. „Von den Kindern weiß man, dass sich viele von ihnen bereits mit Covid-19 infiziert haben“, sagt Nasse. Da die Mädchen und Jungen aber überwiegend asymptomatische Verläufe zeigen, bekommen sie und ihr Umfeld wenig davon mit, dass ein junger Menschen Virenüberträger ist. „Die Erwachsenen in der Umgebung sind aber in Gefahr, sich über die Jüngsten mit dem Virus zu infizieren.“

Die Sache mit der Freiheit sieht Thomas Nasse völlig nüchtern: „Je mehr Zugang zu Veranstaltungen, zu Restaurants und das Verreisen vom Impfstatus abhängig gemacht werden, desto eindeutiger sind all jene auf der sicheren Seite, die einen kompletten Impfstatus nachweisen können.“ Dass dies einem indirekten Impfzwang nahekommt, quittiert der leitende Impfarzt mit einem Schulterzucken. Solange man von einer ausreichenden Herden-Immunität noch sehr weit entfernt sei, brauche es eben starke Argumente, um noch mehr Menschen zum Impfen zu bringen. Zurzeit gleichen die Zweitimpfungen die auch im Impfzentrum Erkrath feststellbare Impfmüdigkeit aus. Durchschnittlich 800 Personen kommen zurzeit pro Tag mit Termin­anmeldung ins Impfzentrum, die spontan Entschlossenen müssten hinzugerechnet werden. Die Impftermine für die 12- bis 15-Jährigen seien zudem mittlerweile eine wesentliche Säule für die Impfquote im Kreis Mettmann. Zwischen 200 und 300 Kids nutzen die Sozialtermine, an denen sie samt ihren Erziehungsberechtigten von einem Kinderarzt beraten werden.

In der laufenden Woche bietet der Kreis Mettmann am Mittwoch, 11. August, am Donnerstag, 12. August und am Freitag, 13. August von jeweils 14 bis 19 Uhr und am Sonntag, 15. August, von 9 bis 19 Uhr weitere Impfungen für 12- bis 15-Jährige im Impfzentrum in Erkrath an. Mindestens ein Erziehungsberechtigter muss mitkommen – und für den zweiten verbindlich mit unterschreiben.

Zudem geht das Impfteam immer häufiger in die Städte, um zu impfen. Am Mittwoch, 11. August, in der Zeit von 7:30 bis 13 Uhr, können sich alle Personen ab 16 Jahren im Bereich des Platanendachs („Waschbrett“) in der Kleinen Mühlenstraße in Mettmann impfen lassen. Gewählt werden kann zwischen den Impfstoffen von Biontech und Johnson&Johnson. Am Samstag, 14.August wird von 10 bis 18 Uhr in der Moschee, Auf dem Hüls 24, geimpft. In Erkrath wird am 21. August, 10-18 Uhr, die Moschee Schimmelbuschstraße 21 zum Pop-Up-Impfzentrum. In Wülfrath gibt es in der Moschee Lindenstraße 21 am 28. August, 10-18 Uhr den Termin für die Zweitimpfung.