Obschwarzbach: Hoffnung fürs Gemeindehaus

Obschwarzbach: Hoffnung fürs Gemeindehaus

In Obschwarzbach soll ein neuer Verein für den Erhalt des Treffpunkts sorgen.

Obschwarzbach. Ein großer Teil der Bürger in Obschwarzbach ist bereit, als Mitglied in einem Trägerverein das evangelische Gemeindehaus zu retten. Die Evangelische Kirchengemeinde Mettmann will das Haus aus Kostengründen aufgeben. Ohne das Haus hätte der abgelegene Stadtteil mit seinen rund 1.500 Einwohnern keine Versammlungsstätte mehr.

Um eine Schließung des Gemeindehauses abzuwenden, war der Vorstand des Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach im zehn Kilometer entfernten Mettmann beim Bürgermeister und den Parteien vorstellig geworden. Doch angesichts der desolaten Haushaltslage der Stadt winkten alle ab. Die Stadt sieht sich nicht in der Lage, das Haus von der Gemeinde zu übernehmen. Kurt Lessing, Vorsitzender des Bürgervereins: "Alles sagen, dass Mettmann kein Geld hat."

Da nicht mit Hilfe aus dem Rathaus zu rechnen ist, hatte der Bürgerverein eine Umfrage gestartet, in der er wissen wollte, ob sich die Obschwarzbacher vorstellen könnten, dass ein Trägerverein das Haus übernimmt. Und ob sie sich für einen solchen Verein interessieren und sich dort einbringen würden.

64 Prozent der Fragebögen sind an den Bürgerverein zurückgegangen. Die Auswertung ergab, dass sich 98,4 Prozent grundsätzlich für den Erhalt des Gemeindehauses aussprechen. 80,7 Prozent erklärten, das Haus auch für private Feiern anzumieten. Nicht so hoch ist die Bereitschaft, sich finanziell an den Kosten einer Trägergesellschaft zu beteiligen. 44,5 Prozent erklärten sich dazu bereit.

Dennoch freut sich der Vereinsvorsitzende Lessing: "Es zeigt, wie wichtig den Bürgern ihr Gemeindehaus ist. Der Bürgerverein wird sich jetzt um ein Gespräch mit der Gemeinde bemühen. Und die Gespräche mit den Fraktionen fortführen."

Auf einer Versammlung der CDU mit Jugendlichen aus Obschwarzbach hatte Bürgermeister Bernd Günther unlängst erklärt, dass die Stadt nicht in der Lage sei, das Gemeindehaus zu übernehmen. Die CDU hatte Jugendliche eingeladen, um zu hören, was sie für sich für Obschwarzbach wünschen.

Ein Raum als Treffpunkt hat für die 81 Kinder und Jugendlichen höchste Priorität. "Wir wollen einen Raum, wo man sich mit ungefähr 20 Leuten regelmäßig treffen kann", sagte ein junger Mann. Besondere Ansprüche haben die jungen Obschwarzbacher nicht. Sie würden den Raum auch selbst einrichten und sich darum kümmern, dass sich die Besucher benehmen.

Bessere Busanbindungen nach Mettmann - auch für die Schüler - wünschen sich viele Jugendliche und deren Eltern. Dass der Schulbus nach Homberg besser funktioniere als zu den Grundschulen, sei ein Witz, kritisierte eine Mutter.

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