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Neues Bildungsangebot am HHG in Mettmann

Schule geht auf die individuellen Fähigkeiten der Schüler ein : Heine-Gymnasium stellt Weichen für G 9

Bereits seit einem Jahr bereitet sich die Schule auf die Umstellung vor.

Die Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium in Metzkausen haben ihre Hausaufgaben für das kommende Schuljahr 2019/2020 erledigt. Das Besondere: Eltern und Schüler haben ihnen bereits jetzt gute Noten erteilt. Das spiegelt sich in den Schülerzahlen wider. Denn der Trend geht weiter nach oben. Es geht um die Rückkehr zum Gymnasium mit „längerer Laufzeit“. Im Fachjargon heißt das G 9. Also Abitur nicht in acht, sondern in neun Jahren. Wer einen Sohn oder eine Tocher hat, die noch unter G 8 fallen (Turboabitur) kennt den Stress bei den Kindern. Fast täglich Unterricht bis 16 Uhr, keine Zeit mehr für Hobbys, Lernen, Lernen, Lernen.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Gymnasien jetzt zwischen G 8 und G 9 wählen. Die meisten wollen wieder die Schulzeit in neun Jahren. Eltern und Schüler sehen diese Entwicklung positiv.

„Wir haben bereits vor einem Jahr mit dem Prozess der Umstellung auf G 9 begonnen“, sagt Hanno Grannemann, Schulleiter am HHG. Ein Arbeitskreis hat Ideen zur Ausgestaltung des Ganztages auf Grundlage der veränderten Stundentafel entwickelt. Herausgekommen ist ein Bildungsangebot, dass auf die Neigung und Kompetenz der Schüler ausgerichtet ist und sich an den Herausforderungen der Digitalisierung orientiert.

Doch der Reihe nach: Das HHG ist ein Ganztagsgymnasium. Montag, mittwochs und donnerstags bleiben die Schüler bis 15 Uhr in der Schule, dienstags und freitags können sie bis 15 Uhr bleiben, ansonsten ist um 13.15 Uhr an den beiden Tagen Feierabend. Seit geraumer Zeit gibt es ein Silentium am HHG. Das bedeutet: Schüler können in dieser Zeit ihre Hausaufgaben selbständig erledigen. Dieses Silentium (stille Zeit) wird jetzt durch sogenannte Übungsstunden ergänzt. „Fachlehrer geben den Schülern einen Wochenplan und helfen den Schülern je nach Fähigkeit bei den Hausaufgaben“, sagt Ganztags-Koodinatorin Andrea Schaumlöffel. Ein sogenannter Medienpool (also Lernmittel) helfen dabei. „Die Eltern sehen diese kostenfreie Neuerung sehr positiv“, sagt Grannemann. Klar, Vokabeln müssen auch weiterhin ab und an zu Hause gelernt werden und wenn eine Klassenarbeit oder eine Klausur ansteht, dann muss auch noch daheim bebüffelt werden. Doch das Gros der Hausaufgaben wird in der Schule erledigt.

Diejenigen Schüler, die besonders begabt sind, werden am HHG besonders gefördert. Ausgewählte Schüler verlassen für eine Doppelstunde pro Woche den regulären Unterricht und nehmen am Forder-Förder-Projekt teil. Sie arbeiten selbständig an individuell gewählten Themen.

Die Schule entwickelt Konzepte für eine optimale Förderung

Schüler können nach der Erprobungsstufe jeweils zum Ende eines Schulhalbjahres oder Schuljahres vorversetzt werden, also eine Klasse „überspringen“. Im Interesse einer optimalen Förderung der Schüler sollen die Schulen Konzepte entwickeln, um ein Überspringen – individuell oder auch in Gruppen – aktiv zu fördern und zu begleiten.so Schaumlöffel,

„Außerdem hat das HHG im Bereich der Digitalisierung große Schritte unternommen, die schon in diesem Schuljahr dazu geführt haben, dass das Fach Medienbildung in Klasse fünf unterrichtet wird, das Fach Informatik ebenfalls in Klasse fünf sowie im Wahlpflichtfach ab Klasse acht“, sagt Hanno Grannemann.

Ein Blick in den Unterricht von Carsten Heth zeigt dies eindrucksvoll. Die Schüler der fünften Klasse sitzen alle hinter einem eigenen Computer und lernen die technischen Grundbegriffe: die Tastatur, das Einloggen, Google.

„Derzeit schreiben sie ihre Wunschzettel und fertigen eine Power-Point-Präsentation von der Klassenfahrt an, die sie ihren Eltern vorstellen werden“, sagt Heth.