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Neuer Wirtschaftsförderer der Stadt Mettmann

Mettmann : Die Marke Neandertaler für die Stadt Mettmann nutzen

Der neue Wirtschaftsförderer stellte seine Ideen im Ausschuss vor.

Obwohl der neue Chef der Wirtschaftsförderung, Stephan Reichstein, erst am 1. Juli offiziell seinen Dienst bei der Stadt Mettmann antritt, nutzte er die Gelegenheit im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, eine Grobskizze seiner künftigen Handlungsfelder vorzustellen.

Für Reichstein, der die Felder Standortmarketing, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing federführend mit seinem Team bearbeitet, ist es entscheidend, dass Mettmann über seine Grenzen hinaus auf sich aufmerksam macht. „Ich habe mich in Stuttgart, meinem früheren Arbeitsort, umgehört und gefragt, wer Mettmann kennt“. Die Stadt habe niemand auf dem Radar gehabt. Doch als er sagte, dass das Neandertal in der Nähe liegt, da habe es gezündet. Hier liege noch viel Potenzial, um Werbung für die Stadt zu machen. Die Marke „Neandertaler“ müsse aber positiv besetzt sein. Jüngste Forschungen hätten das ursprüngliche Bild des Eiszeitmenschen gründlich verändert. Kein keulenschwingender Wilder, sondern ein sensibler, kräftiger Hominide, der Kontakt zum heutigen Menschen hatte und sich teils mit ihm vermischte.

Nächster Punkt: Die Außendarstellung der Stadt Mettmann sei stark verbesserungsfähig, so Reichstein. Wer beispielsweise die Stadt Mettmann googele, der erhalte triste Bilder von der Neandertalhalle. Dabei gebe es wunderschöne Ansichten: Etwa von der Winkelsmühle, vom Blotschenmarkt, von der Oberstadt. Der neue Wirtschaftsförderer will die Sozialen Medien stärker als bisher in den Kommunikationsfluss einsetzen. Besonders, um die jungen Menschen abzuholen. Übrigens: Attraktive Freizeitangebote für Teenager, so Reichstein, gebe es in Mettmann nicht.

Reichstein will mehr
Menschen in die Stadt holen

Zum Thema Wirtschaftsförderung sagte Reichstein, dass die Bürger in Mettmann zwar über eine hohe Kaufkraft verfügten, aber die Umsätze im Vergleich zu anderen Städten im Kreis relativ gering seien. Seine Schlussfolgerung: Man müsse mehr Menschen in die Stadt holen. Das gehe vor allem durch Events, eine ansprechende Gastronomie, Kulturveranstaltung. Von dieser Frequenz profitiere dann auch der Einzelhandel. Dazu könnte laut Reichstein ein Internationales Stadtfest mit landestypischer Musik und Speisen gehören. Jedes Land erhält einen Pavillon. So würde das Angebot besser wahrgenommen. Die Stände müssten über die Innenstadt verteilt werden, damit die Besucher jedes Quartier besuchten.

Ferner stellt sich Reichstein eine Neandertaler-Olympiade und/oder einen sportlichen Wettkampf, etwa auf dem Königshofplatz, vor. Nicht gerade neu ist die Idee, mit einem Pendelbus die Besucher des Museums in die Stadt zu holen. Bereits vor 20 Jahren gab es die Überlegung, mit einem Wagen, gezogen von Auerochsen, die Gäste vom Neandertal in die Stadt zu karren. Witzig ist seine Idee, mit einer kleinen Sanduhr, die mit dem Stadtlogo versehen ist, auf die Brötchentaste von 30 Minuten aufmerksam zu machen.

Alle Fraktionen zollten Stephan Reichstein nach seinem Vortrag im Wirtschaftsförderungsausschuss großes Lob. Allerdings gab Lutz Kreitmann (FDP) zu bedenken, dass man den neuen Wirtschaftsförderer an seinen Taten messen sollte.