Neuer Teilnehmerrekord beim 14. Mettmanner Bachlauf

Leichtathletik : 14. Mettmanner Bachlauf zählt 1800 Starter

Ausrichter ME-Sport ist glücklich über einen neuen Teilnehmerrekord. Die meisten Läufer motiviert statt Bestzeiten die gesellig-sportliche Aktivität mit Freunden und Familie.

Heitere Stimmung wie bei einem großen Familienfest herrschte rund um den Sportplatz an der Hasselbeckstraße: Kleine Kinder liefen in ihrem farbigen Sportdress freudig umher, während Mama und Papa Schwierigkeiten hatten, hinterher zu kommen. Die wenigen 100 Meter hatten die jungen Teilnehmer offenkundig nicht aus der Puste gebracht. Mit der gewonnenen Medaille um den Hals strotzten sie nur so vor Energie. Die Bambini-Läufe der Kindergärten waren soeben mit über 500 lauffreudigen Kindern beendet worden. Nun gingen die rund 360 Grundschüler, getrennt nach Altersklassen und Geschlecht an den Start.

Auf dem Kunstrasenplatz tummelten sich unzählige Menschen, viele Schaulustige, aber auch reichlich viele Sportler: Die einen stellten sich bereit, um die Teilnehmer des nächsten Laufs anzufeuern, die anderen nutzten die Zeit vor ihrem Start, um sich aufzuwärmen. Die letzten Sekunden wurden herunter gezählt, ein Startschuss erklang und hunderte Menschen stimmten in einen wilden Wust aus Motivationsrufen ein. „Eine großartige Stimmung“, lobte Sandra Pietschmann, Geschäftsführerin von Mettmann-Sport, dem Ausrichter des Bachlaufs. „Dafür, dass so viele Menschen hier auf der Anlage unterwegs sind, ist es überhaupt nicht hektisch, eher geschäftig. Einfach schön“, stellte sie fest. Über den neuen Teilnehmer-Rekord freute sich Pietschmann natürlich ebenfalls. „Der Bachlauf hat sich mittlerweile gut rumgesprochen und viele Läufer nutzen die durchaus anspruchsvolle Strecke zur Vorbereitung“, sagte sie. Das Besondere aber bleibe die familiäre Atmosphäre und die Partys am Streckenrand. „In Obschwarzbach, etwa der Hälfte der Zehn-Kilometer-Strecke, sind ganz viele Bürger vor Ort und haben für die Läufer eine Verpflegungsstation und sogar einen Torbogen aus Strohmännern gebaut“, erzählte Pietschmann.

Besonders im Hauptfeld des Zehn- Kilometer-Laufs mussten aufgrund der Vielzahl der Läufer (fast 400), Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, bemerkte die Geschäftsführerin: „Wir haben zum ersten Mal Zeitzonen eingerichtet, ganz vorne für die schnellen Läufer, weiter hinten für die etwas gemächlicheren.“

Die Hoffnung, dass sich die Läufer fair und realistisch in die jeweilige Zeitzone einsortierten, ging am Ende in Erfüllung: Das Peloton zog nach dem Startschuss gleichmäßigen Schrittes vor, diejenigen, die an der Spitze gestartet waren, blieben über weite Teile auch vorne dabei. Doch obwohl unter den fast 400 Teilnehmern des Hauptlaufs über zehn Kilometer in diesem Jahr auch einige sportliche Hochkaräter unterwegs waren, wie etwa Jan Fitschen, 10 000-Meter-Europameister von 2006, ging es den meisten Teilnehmern kaum um einen Podiumsplatz oder um eine neue Bestzeit.

Die Stimmung auf und neben
der Piste war überragend

Die Feuerwehr Mettmann etwa nimmt schon seit vielen Jahren am Bachlauf teil. „Uns geht es in erster Linie um den Spaß. Als Team zusammen anzutreten, motiviert zu dem noch mehr“, äußerte Feuerwehrleiter Marco Zerweiss. In diesem Jahr hatte es die Einheit aus hauptamtlichen und freiwilligen Rettungskräften sogar geschafft, das Team anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Feuerwehr zu vergrößern. „Wir hatten überlegt, in diesem Jahr gemeinsam 150 Kilometer zu schaffen“, erzählte Zerweiss. Laut Auflistung sei ihnen das sogar gelungen: Insgesamt 19 Kameraden, Männer und Frauen, traten an, um die Fünf- und Zehn-Kilometer-Strecke zu bezwingen. Über 155 Kilometer hat das Team am Ende zurückgelegt.

Eine tolle Aktion, fanden Katharina Salwik und Uwe Engelbert. Beide hauptamtlichen Rettungskräfte nahmen zum ersten Mal am Bachlauf teil. Der 37-jährige Engelbert hoffte auf seine Grundfitness, denn besonders vorbereitet hatte er sich nicht. „Wir hatten nur eine Trainingseinheit zusammen mit Jan Fitschen, der uns vor vier Wochen auf die Strecke vorbereitet hat.“ Die 28-jährige Salwik, die erst seit einem Jahr im Rettungsdienst der Feuerwehr tätig ist, kannte die Strecke vor dem Lauf nicht. „Ich werde mich überraschen lassen.“ Aber gemeinsam mit den Kollegen anzutreten, äußerte sie, sei besonders: „Der gemeinsame Lauf wird uns sicherlich nochmal besser zusammenschweißen.“

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