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Ausbildung in Mettmann: Mit dem Hammerschlag zum Gesellen

Ausbildung in Mettmann : Mit dem Hammerschlag zum Gesellen

Bei Preuß in Mettmann wird die Ausbildung traditionell mit dem Gesellschlag beendet. Das Unternehmen sucht Azubis.

Viele Jahre hat Martin Preuß als zweifacher Meister im gleichnamigen Betrieb eine alte Handwerkertradition aufrechterhalten. Es ist der Gesellenschlag in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Vor einem Jahr haben Maximilian und Alexander Preuß das mittelständische Unternehmen mit 48 Mitarbeitern als gemeinsame Geschäftsführer von ihrem Vater Martin übernommen und wollen an die alte Tradition des Gesellschlags anknüpfen. „Leider gibt es kaum noch Unternehmen in unserer Branche, die den Gesellenschlag durchführen. Wir halten diese Tradition für sehr wichtig und wollen dies weiterführen, weil auch unsere ausgebildeten jungen Leute dies befürworten“, erläutert Alexander Preuß.

Bei der Zeremonie einen
Schlag auf den Po erhalten

Im Rahmen einer Betriebsfeier in der Werkshalle an der Nordstraße, bei der auch langjährige Mitarbeiter für ihren Einsatz im Unternehmen geehrt wurden, nahmen die beiden jungen Geschäftsführer sowie Martin Preuß als „graue Eminenz“ und Seniorchef jetzt die Zeremonie des Gesellschlags vor. Sie galt Brilon Osnani und Mathias Jaegi, die beiden bekamen von ihren Chefs je einen symbolischen Schlag mit einem Hammer auf dem durch ein Eisenblech geschützten Po verpasst. Anschließend erhielten die Junggesellen von ihren neuen Kollegen einen Schlag mit der flachen Hand auf den Hintern.

Dreieinhalb Jahre dauerte die Ausbildung, bis die ehemaligen Lehrlinge den Gesellenbrief in der Hand hielten. „Bevor ich meinen Ausbildungsvertrag bei der Firma Preuß unterschrieb, hatte ich bereits im Rahmen des schulischen Praktikums drei Wochen in meinem späteren Ausbildungsbetrieb gearbeitet und konnte mir ein Bild von meiner späteren Tätigkeit machen“, sagte Brilon Osmani, Absolvent der Carl-Fuhlrott-Realschule. Ähnlich war es bei Matthias Jaegi, der durch ein mehrwöchiges Praktikum auf den Beruf im Sanitärhandwerk aufmerksam wurde. Für den früheren Hauptschüler war es wichtig, dass er mit den Händen praktisch arbeiten konnte und abends sieht, was er am Tag geleistet hat. „Im Büro zu sitzen, wäre nicht mein Ding“, sagte der 21-Jährige. Er freut sich jetzt darauf, in der täglichen Praxis auf der Baustelle oder in Wohngebäuden seine in der Ausbildung erlernten Kenntnisse anwenden zu können. Brilon Osmani fügte hinzu, dass sich beide darüber im Klaren seien, dass sie jetzt als Gesellen noch viel dazu lernen werden. „Wir haben schon in der Ausbildung das Glück gehabt, dass wir nette erfahrene Kollegen haben, die uns wichtige Tipps geben“, bemerkte der 22-Jährige. Er kann sich gut vorstellen, sich später fortzubilden, um eventuell den Meisterbrief zu erhalten. „Jetzt ist aber erst einmal die Arbeit in der Praxis angesagt“, erklärt Osmani mit Nachdruck. Dagegen hat Matthias Jaegi zunächst nicht vor, später einmal den Meisterkurs zu besuchen oder einen eigenen Betrieb zu gründen. „Das ist nichts für mich. Da wäre mir das unternehmerische Risiko einfach zu groß“, gibt er offen zu.

Alexander und Maximilian Preuß betonen, dass sie Auszubildende suchen. Derzeit sind acht Lehrlinge bei ihnen beschäftigt. „Bei uns spielt die Schulausbildung keine so große Rolle. Hauptsache die jungen Leute sind fleißig und haben Interesse an praktischer Arbeit.“