Mettmanns Stadtplaner Bernd Brinks geht in den Ruhestand

Mettmanns Stadtplaner Bernd Brinks geht in den Ruhestand

34 Jahre lang hat Bernd Brinks das Bild Mettmanns wesentlich mitgeprägt.

Mettmann. Den Mann mit dem silbergrauen Haar scheint nichts aus der Ruhe bringen zu können. Selbst in hitzigen Debatten im Planungsausschuss blieb er immer gelassen und hat mit seiner Ruhe den ein oder anderen Politiker zur Weißglut getrieben.

Nur, dass er in wenigen Tagen sein Büro für immer verlassen wird, sorgt bei ihm zumindest innerlich für Unruhe. Dann bricht für Bernd Brinks eine neue, noch ungewisse Zeit an. Ende März hat Mettmanns Stadtplaner seinen letzten Tag im Rathaus. Mit 62 Jahren geht der Stadtoberbaurat in den Vorruhestand.

Nach 34 Jahren ist Brinks mit seiner Arbeit in Mettmann zufrieden. „Die wesentlichen Dinge sind zumindest gut auf den Weg gebracht worden“, sagt er. Dass er aber nicht mehr die Entwicklung der Innenstadt rund um den Jubiläumsplatz mitgestalten wird, wenn der Durchgangsverkehr nicht mehr durch die Stadt, sondern über die Osttangente rollt, stimmt ihn ein wenig traurig.

Aber dafür wird er künftig mehr Zeit haben, um sich die Bauarbeiten für die Königshof-Galerie vor Ort anzuschauen. „Im Büro bekomme ich ja nicht so viel mit.“ Brinks hofft, dass das Einkaufszentrum von den Mettmannern auch angenommen wird — damit die jahrzehntelangen Planungen nicht umsonst waren.

Den ersten Entwurf fürs Königshof-Karree Ende der 80er-Jahre hätte er gerne umgesetzt gesehen. „Damals sollte es sogar vom Aufbau her ein richtiges Karree geben.“

Doch weil der Investor keinen großen Ankermieter bekam, verschwanden die Pläne in der Schublade. Die aktuelle Planung hat aus Sicht Brinks’ noch einen kleinen Fehler. „Es fehlt eine Randbebauung auf der anderen Straßenseite neben dem Mehrgenerationenhaus.“

Ob der Bauverein, der gegen eine Trennung der Königshofstraße durch eine Fußgängerzone war, mit der verkehrsberuhigten Lösung glücklich wird, zweifelt Brinks an. Genau dort, wo die Fußgängerzone vorgesehen war, soll ein Restaurant mit Außengastronomie hin. „Ob dann der Verkehr nicht stört?“ fragt er sich.

Als Planer hätte er sich gewünscht, dass die Seibelquerspange und Osttangente frühergebaut worden wären und für eine Verkehrsentlastung der Innenstadt gesorgt hätten. „Anfang der 80er-Jahre haben wir schon über die Spange gesprochen.

Damals gab es aber massive Bürgerproteste, so dass alles liegen-blieb.“ Die Entwicklung der Innenstadt fange jetzt erst richtig an. Brinks warnt davor, die Oberstadt aus dem Blickfeld zu verlieren. Markt und die Oberstraße dürften nicht zum Parkplatz für die Innenstadt werden.

Die Sanierung des Seibelgeländes war eine der ersten großen Maßnahmen Brinks in Mettmann. „Das war eigentlich der Auftakt zur Innenstadtentwicklung“, sagt er. Danach wurde die Neanderthal-Passage gebaut. Ein neuer Flächenutzungsplan in den 80er-Jahren, das Entwicklungskonzept Mettmann-West sowie das Einzelhandelskonzept tragen unter anderem die Handschrift von Brinks.

„Sie haben uns gut, zuverlässig und fundiert begleitet“, würdigte Joachim Sander (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, Brinks. Und sein direkter Vorgesetzter, Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec, bedauert, „einen herausragenden Planer und netten Kollegen zu verlieren“.

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