Mettmanns Schullandschaft steht auf dem Prüfstand

Arbeitskreis Schullandschaft stellt drei mögliche Szenarien für Mettmann vor. Die Eltern sollen abstimmen.

Mettmanns Schullandschaft steht auf dem Prüfstand
Foto: Dietrich Janicki

Mettmann. Nachdem die Gründung einer Sekundarschule Anfang 2013 an den zu geringen Anmeldezahlen in Mettmann gescheitert ist und klar war, dass die Anne-Frank-Hauptschule in 2018 ausläuft, wurden die Fraktionen aufgeschreckt und gründeten den Arbeitskreis Schullandschaft. In ihm wird mit der Stadtschulpflegschaft seit drei Jahren darüber diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, den Elternwillen und den Bedarf unter einen Hut zu bekommen. Ab dem 10. Juni sollen die Eltern der Kinder von 0 bis 10 Jahren ihr Votum in einem Fragebogen abgeben. Jetzt stellten Gregor Neumann und Heike Förster, Vorsitzender und Sprecherin der Stadtschulpflegschaft, die Ergebnisse des Arbeitskreises vor 80 Zuhörern in der Neandertalhalle vor.

In Mettmann haben die Eltern derzeit die Wahl, sich zwischen zwei Gymnasien oder der Realschule als weiterführende Schule zu entscheiden. Kinder, die eine Hauptschule, eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule besuchen wollen, müssen „auspendeln“. Also nach Erkrath, Wülfrath, Ratingen oder Heiligenhaus fahren. „Die Zahl der Auspendler“, so Neumann, „ist in den vergangenen Jahren gestiegen“. Sie liegt bei 15 bis 20 Prozent. Hier gelte es anzusetzen und diesem Trend entgegenzuwirken. Der Arbeitskreis hat drei Alternativen untersucht. 1. Alles bleibt so, wie es ist. 2. Bildung einer Gesamtschule. Die beiden Gymnasien bleiben zunächst dreizügig erhalten, die Gesamtschule wird mindestens vier-, besser fünfzügig. Die Realschule wird geschlossen. Möglicherweise, so Neumann, müsse ein Gymnasium langfristig dicht machen. 3. Gründung einer Sekundarschule. Auch hier müsste die Realschule auslaufen.

Die beiden Direktoren des KHG und des HHG, Rudolf Kirschner und Hanno Grannemann, sowie der stellvertretende Schulleiter der Carl-Fuhlrott-Realschule, Carsten Wallner, meldeten sich gestern zu Wort. Sie seien in die Diskussion und in den Arbeitskreis nicht eingebunden worden. „Offenbar spielte der fachliche Rat beim Arbeitskreis keine Rolle“, sagte Kirschner.

Beide Gymnasien und die Realschule würden gut angenommen, betonte Grannemann. Sollte noch eine Gesamtschule gegründet werden, reiche die Schülerzahl auf Dauer für drei Oberstufen nicht aus. „Mettmann hat ein Luxusproblem“, so Grannemann. Er vermutet, dass die Diskussion politisch motiviert sei und auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werde.

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