1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Mettmann

Mettmanner wollen eine saubere City

Mettmann : Mettmann soll sauberer werden

Analyse Die CDU Mettmann veröffentlicht jetzt die Ergebnisse ihrer Bürgerumfrage. Das Thema Verkehr plagt die Mettmanner am stärksten, gefolgt von den Themen Schule und Kita, Attraktivität der Innenstadt und Leerstände. Auch einige gute Ideen sind dabei.

Die Bürger in Mettmann wünschen sich eine saubere Innenstadt mit weniger Leerständen, attraktiven Grünflächen und einem florierenden Wochenmarkt. Das ist ein Ergebnis der Bürgerumfrage, die der CDU-Ortsverband durchgeführt hat. Dazu warfen die Ratsmitglieder Postkarten in Briefkästen und riefen online zur Teilnahme auf. 312 Frauen und Männer füllten den kleinen Fragebogen aus, berichtet die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Gabriele Hruschka.

Wie lauteten die Fragen?

Antworten konnten die Bürger auf drei offen gestellte Fragen: „Was gefällt Ihnen in Mettmann?“, „Was müssen wir besser machen?“ und „Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für Ihren Stadtteil?“ Antwortvorgaben gab es nicht, die Angaben hätten also allesamt in ganz unterschiedliche Richtungen gehen können. Doch den größten Schwerpunkt, so berichtet Hruschka, bildete das Thema Verkehr, gefolgt von den Themen „Schule und Kita“, „Attraktivität der Innenstadt“ und „Leerstände“.

 Willi Schaefer von den Kalkwerken im Neandertal will das Gelände für den Tourismus nutzen.
Willi Schaefer von den Kalkwerken im Neandertal will das Gelände für den Tourismus nutzen. Foto: Janicki/Dietrich Janicki

Was wird in Sachen
Verkehr bemängelt?

 Viele Teilnehmer der Umfrage wünschen sich eine Gesamtschule in den Räumen der Realschule.
Viele Teilnehmer der Umfrage wünschen sich eine Gesamtschule in den Räumen der Realschule. Foto: Alexandra Rüttgen

Die Verdrängung des Verkehrs in andere Straßen und Stadtteile, ein schlecht ausgebautes Radwege-Netz und ein hoher Verschmutzungsgrad im Stadtgebiet. Zur Netztrennung (Verkehrsberuhigung der Innenstadt) habe die CDU „ein ausgeglichenes Meinungsbild“ wahrgenommen: Hier gab es sowohl viele Befürworter, als auch Gegner.

Welche Kritik gibt es
zum Thema Bildung?

Die Mehrheit der Bürger, die das Thema Gesamtschule erwähnten, sprechen sich für das Konzept einer Gesamtschule aus. Wiederholt werden zusätzliche Kita-Plätze gefordert sowie eine Angleichung von Öffnungszeiten. Außerdem wünschen sich die Bürger die Modernisierung der Schulen und mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.

Welche Kritik gab es
zum Thema Stadtbild?

Die Bürger wünschen sich verstärktes Vorgehen gegen Vandalismus, Patenschaften für Grünflächen, die Bekämpfung des Ladenleerstands und der Verschmutzung im öffentlichen Bereich.

Auch der Tourismus ist Thema –
in welcher Hinsicht?

Die Bürger fordern „einen maßvollen Tourismus am Steinbruch Neandertal“, da sie hier um die Natur und Aufenthaltsqualität fürchten. Die Betriebserlaubnis des Steinbruchs erlischt zum Jahreswechsel 2021/2022. Der aktuell geltende Regionalplan sieht eine Rekultivierung der gesamten Fläche vor. So könnte sich die Natur das Areal zurück erobern, eine aus Sicht von Naturschützern reizvolle Variante. Doch es gibt auch andere Pläne: Knapp zehn Prozent des Areals könnten touristisch genutzt werden. Das sieht das Projekt „NaTourKultur Neanderthal“ vor, das eine Jugendherberge, ein Informationszentrum, ein Haus der Sinne und eine Ökologische Bildungsstätte mit Gastronomie, Konferenzräumen, Spa-Bereich und Übernachtung vorsieht. Auch ein Aussichtspunkt und eine „Dino-Rutsche“ sind in Überlegung.

Wie war die Resonanz
auf die Befragung?

Die CDU-Politiker nutzten die Gelegenheit, beim Verteilen der Karten in ihren Wahlbezirken mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Bei Gabriele Hruschka war das der Goldberg. Die Bürger fühlten sich durch die Umfrage ernst genommen und hätten sich gefreut, um ihre Meinung gebeten zu werden, hat sie beobachtet. Dazu passt, dass sich die Bürger auch in der Umfrage mehr Mitsprache wünschen. So schlugen sie zum Beispiel vierteljährliche Bürgerdialoge
vor.

Gab es auch Lob?

„Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Mettmann als lebenswerte Stadt empfinden“, sagt Hruschka. Ein besonders großes Lob gab es von den Teilnehmenden für den Mettmanner Wochenmarkt. Hier warten die Bürger mit Vorschlägen auf. Einer davon lautet: Das Angebot soll um Streetfood erweitert
werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Einige Vorschläge hat die CDU bereits in Anträge einfließen lassen. Auf ihrer Homepage verspricht sie, auch in Zukunft mit den Bürgern in Kontakt bleiben zu wollen. Schwierig in Zeiten von Corona, in denen auch kein Wahlkampf erfolgen kann – und die eigentlich für Ende April geplante öffentliche Präsentation der Umfrageergebnisse ausfallen musste. Doch der Stadtverband mache sich bereits Gedanken, wie er verstärkt die sozialen Medien nutzen kann, sagt Hruschka. Im Gespräch sei beispielsweise die Einrichtung eines virtuellen Stammtischs. Ende Mai, so hat sie erfahren, soll auch endlich feststehen, ob es bei der Kommunalwahl im September bleibt oder ob sie wegen Corona verschoben wird.