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Mettmann: Staffelstabübergabe im italienischen und griechischen Lokal.

NRW : Mettmanns Gastronomie im Wandel

Im Schatten der Pandemie wechselten in zwei Traditionshäusern die Besitzer. Nesret Sabani übernimmt von Marisa und Carlo Frattalone das Gasthaus San Lamberto. Dora und Yannis Papadopoulos verlassen den Mettmanner Hof.

Fast unbemerkt während der Pandemie fand zum 1. April ein Pächterwechsel im Lokal „Locanda San Lamberto“ statt. 21 Jahre führten Carlo und Marisa Frattalone das italienisch mediterrane Speiselokal, das unter Leckermäulern in der Region als Geheimtipp galt. Das Inhaber-Ehepaar blickte auf langjährige Erfahrung in der Gastronomie zurück. Bevor sie das Restaurant in der Oberstadt übernahmen, waren sie gemeinsam an anderer Stelle fürs leibliche Wohl zuständig: Carlo als Koch und Marisa als Service-Leiterin im „Napoli II“. Nun sagen Maria und Carlo „ciao“. Neuer Inhaber ist Nesret Sabani, der auch weiterhin das „La Scala“ im Tennisclub Metzkausen führen wird.

„Da Carlo in den Ruhestand treten wollte, haben wir uns entschlossen, das wir nach all den Jahren unser Lokal an einen neuen Pächter abgeben. Die Zeit in unserem Restaurant war sehr schön und wir möchten uns bei unseren treuen Stammgästen bedanken. Nesret Sabani und seinem Team wünschen wir für ihre neue Aufgabe viel Erfolg“, sagt die ehemalige Pächterin.

Sie wird jedoch weiterhin im Locanda San Lamberto anzutreffen sein, denn sie ist dort in der Küche tätig. „Unser Nachfolger suchte eine Köchin. Da ich nicht nur gern im Service, sondern auch in der Küche tätig war, habe ich mich bereit erklärt, dort noch einige Zeit mitzuarbeiten.“ Sie verweist darauf, dass es corona-bedingt keine Abschlussfeier gegeben habe. „Vielleicht ergibt es sich, dass es eine verbundene Eröffnungs- und Abschlussfeier mit den alten und neuen Pächtern geben wird.“

Auch im „Mettmanner Hof“
gibt es einen Wechsel

Es gab noch einen weiteren Wechsel in der Gaststätten-Szene. Am Eingang des Restaurants „Mettmanner Hof“ hängt ein Schild mit der Aufschrift „Wir haben geschlossen“. Damit geht eine Ära zu Ende: Nach 34 Jahren Tätigkeit in der Mettmanner Gastronomie verabschieden sich Dora und Yannis Papadopoulos in den Ruhestand. Allein 23 Jahre führten sie gemeinsam die alteingesessene Gaststätte „Mettmannner Hof“ an der Breitestraße/Ecke Talstraße. Elf Jahre waren sie zudem Pächter des Restaurants „An der Lutterbeck“, heute Bellini. „Den Mettmanner Hof übergeben wir Anfang August an zwei neue griechische Pächter aus Wuppertal“, sagt Dora Papadopoulos, die jahrelang als Wirtin das gemütliche Traditionslokal führte, während ihr Ehemann Yannis als Chefkoch für die Zubereitung des Essens zuständig war.

„Unsere beiden Nachfolger sind erfahren in der Gastronomie und haben zugesagt, dass die bei uns bekannte gut bürgerliche Küche fortgeführt wird“, sagt Dora Papadopoulos, die immer als die gute Seele des Lokals galt. Rückblickend erklärt sie, dass es eine unvergesslich schöne Zeit war, die sie nicht missen möchte. „Wir hatten viele Stammtische und waren regelmäßiger Treffpunkt verschiedener Vereine.“

Allerdings mag sie nicht verheimlichen, dass die vergangenen zwei Jahre geschäftlich hart und eine wirkliche Herausforderung waren. „Zunächst hatten wir einen schweren Autounfall, der dazu führte, dass wir unser Lokal für mehrere Monate schließen mussten. Danach kam die Corona-Pandemie und monatelang konnten wir keine Gäste begrüßen. Dies führte zu großen Umsatzeinbußen. Die Zeit vor unserem Übertritt in den Ruhestand hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt.“

Die langjährige Wirtin macht deutlich, dass nach den derzeit ausgeführten Renovierungsarbeiten im Innenbereich des Lokals Anfang August eine Übergabefreier stattfinden wird, bei der sich das bisherige Gastronomen-Ehepaar von ihren Stammgästen verabschieden wird und zugleich die beiden neuen Pächter, die als Koch und Service-Verantwortlicher sich die Arbeit teilen werden, sich den Gästen vorstellen.

„Auf diese Abschieds- und Übergabefeier freue ich mich sehr“, sagt Dora Papadopoulos. Derzeit sind Yannis und Dora Popadopoulos bei den Umzugsvorbereitungen, da die bisherige Wohnung an der Breitestraße zum Gastronomiebetrieb gehört. Die beiden ziehen nach Düsseldorf, versichern aber, dass sie weiterhin den guten Kontakt zu ihren langjährigen Freunden und Bekannten in ihrer „zweiten Heimat“, wie sie Mettmann nennen, unbedingt behalten möchten.