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Mettmann: Sind die Bürgermeister-Kandidaten Freunde der Kulturszene?

Mettmann : Kulturschaffende fragen, Kandidaten antworten

Im Wahlkampf-Endspurt machten drei der vier Bürgermeister-Kandidaten Station in der Kulturvilla – und erklärten, was sie tun wollen, um die Szene in Mettmann zu beleben.

Das war schon eine reife Leistung, die die beiden Moderatoren Tanja Bamme und Philipp Nieländer beim Duell der drei Bürgermeister-Kandidaten in der Kulturvilla zeigten. Beide Journalisten hatten sich offensichtlich akribisch auf das Thema Kultur in Mettmann vorbereitet, stellten gezielt ihre Fragen und fühlten dem amtierenden Bürgermeister Thomas Dinkelmann (parteilos) sowie seinen Herausforderern Sandra Pietschmann (für CDU und SPD) und Nils Lessing (Grüne) auf den Zahn. Andrea Metz von der FDP war verhindert.

Als Hausherr begrüßte Bodo Herlyn die Gäste, und die Reihen der Kultur-Interessierten hatten fast vollzählig die Kulturtreibenden des Städtchens geschlossen, die mit Engagement und Enthusiasmus, so Nieländer, das kulturelle Leben in Mettmann in erfreulicher Vielfalt gestalten. Die Bürgermeister-Kandidaten nutzten die zweieinhalb Stunden, um zu erklären, wie die Kultur in Mettmann gestaltet werden kann und wie sie als Bürgermeister diese so wichtige Aufgabe im gesellschaftlichen Leben einer Stadt fördern und weiter entwickeln wollen.

Tanja Bamme und Philipp Nieländer hatten das Thema Kultur in drei Abschnitte unterteilt und nach Wertigkeit, Sichtbarkeit und Finanzierbarkeit gegliedert. Die Wertigkeit, der Stellenwert der Kultur, wurde von den Kandidaten gleichermaßen hoch eingeschätzt. Ohne das kulturelle Leben in einer Stadt wäre es kein Leben, sondern nur ein Schlafen.

Von vielseitiger Kultur profitiert auch die Mettmanner Wirtschaft

Ebenso hoben sie die Kultur als wirtschaftlichen Faktor hervor, denn Gastronomie, Verkehrsbetriebe oder Taxiunternehmen profitieren ebenso wie Künstler und Veranstalter von Veranstaltungen. Auch der Tourismus im Neanderland, der maßgeblich vom Neandertal und seinem Museum bestimmt wird, kann noch ausgebaut werden. Der Aspekt der besseren Vernetzung, des Miteinanders, des Denkens über den Tellerrand hinaus, lag dabei Sandra Pietschmann besonders am Herzen.

Nils Lessing befürwortete einen Runden Tisch für die Kultur, um die Wertschätzung der Kulturarbeit zu unterstreichen, und Thomas Dinkelmann wollte die Stadt als professionellen Mittler zwischen den Kultur-Treibenden verstehen.

Die Stadtverwaltung kann durch intensivere Werbung im Stadtmarketing, einer Kulturlitfasssäule im zentralen Bereich, Wegweisern für kulturelle Räume und mit weniger Bürokratie bei Genehmigungsverfahren das kulturelle Leben fördern. Das war einhellige Meinung, auch wenn die Sicherheit bei großen Veranstaltungen gewährleistet werden muss.

Die Finanzen sind ein Thema, das besonders die Kultur beherrscht, denn Kultur zählt zu den freiwilligen Leistungen einer Stadt – und die sind im Gegensatz zu anderen daher auch in Frage zu stellen. Deswegen sollen die Fördermöglichkeiten, die Land oder Bund anbieten, besser genutzt werden und eine „Fördermittelbeauftragte“ soll in Zukunft das ­Dickicht der verschiedenen Töpfe durchleuchten und diese möglichst ausschöpfen. Auf Nachfrage musste der Bürgermeister eingestehen, dass diese Stelle besetzt, aber die Dame noch krank sei.

Ehemaliger Stadtdirektor hielt Plädoyer für Erhalt der Stadthalle

Das Thema Königshoftheater und damit auch die Stadthalle war bei der Diskussion von herausragender Bedeutung. Horst Masanek, langjähriger Stadtdirektor, ergriff das Wort und hielt ein Plädoyer für den Erhalt der Halle. Die Kosten für die Renovierung des Königshoftheaters an der Poststraße, das seit 40 Jahren leersteht, und die Parkplatzsituation dort ließen eine Wiederbelebung bisher nicht zu.

Constanze Backes, Hausherrin der Kulturvilla, appellierte an die Zuhörer, die kulturellen Angebote in der Stadt auch zu nutzen, um die Existenz und Vielfalt der Kultur in Mettmann zu erhalten.