Mettmann setzt ein Zeichen für das Klima

Mettmann : Für eine entschlossene Klimapolitik

Am internationalen Klimastreiktag machte auch die Mettmanner Jugend ihrem Unmut über die aktuelle Klimapolitik mit einer Demo Luft.

Seit mehr als einem Jahr wird fürs Klima gestreikt, jetzt auch in Mettmann. Am Freitag liefen die Aktivisten zum ersten Mal durch die Stadt, um gegen die in ihren Augen ignorante und unverantwortliche Klima- und Umweltpolitik der regierenden Parteien zu protestieren. Von der S-Bahn Station Mettmann Zentrum ging es durch die Innenstadt in Richtung Jubiläumsplatz.

Dass sich erst jetzt eine Mettmanner Ortsgruppe gegründet hat, liegt unter anderem am dicht besiedelten NRW: „Hier gibt es so viele ‚Fridays for Future’-Bewegungen in der Umgebung, da haben wir gar nicht daran gedacht, auch eine eigene zu gründen“, erklärt Annika Steffel, die sich mit vielen weiteren Aktivisten bisher in der Düsseldorfer Ortsgruppe
engagiert hat.

Erstes Treffen der Gruppe in Mettmann war Anfang November

Anfang November haben sich die jungen Klimaschützer zum ersten Mal getroffen und beschlossen: Mettmann braucht eine eigene Ortsgruppe, um präsenter zu sein. 15 Leute nahmen an der ersten Vollversammlung teil. Der erste und wohl wichtigste Schritt war die Gründung einer Messenger-Gruppe. Soziale Medien und Messenger-Apps sind auch der Grund dafür, dass die Bewegung so groß geworden ist: „So können wir uns untereinander vernetzen und schnell viele Menschen mobilisieren.“

Demokratisch wählten sie drei Delegierte, kurz „Delis“ genannt. Annika ist eine von ihnen: „Jede Ortsgruppe hat zwei bis drei Delis, die auf Bundesebene miteinander kommunizieren. So planen wir deutschlandweite Aktionen und erleichtern uns die Arbeit mit Presse“, erklärt sie. Die Delis haben außerdem die Aufgabe, wichtige Informationen an die Ortsgruppe weiterzuleiten und Abstimmungsergebnisse auf die Bundesebene zurück zu tragen.

Anschließend gründeten sie Arbeitsgruppen mit verschiedenen Zuständigkeitsbereichen. Die Presse AG kümmert sich beispielsweise um das mediale Auftreten der Bewegung, die Social-Media-AG betreut die Instagram- und Facebook-Kanäle. Eine AG kümmert sich um die Organisation von Demonstrationen. Weitere Arbeitsgruppen sollen in Zukunft hinzukommen. „Wir haben uns ja erst vor drei Wochen gegründet und uns hauptsächlich auf unsere erste Demo konzentiert.“

Die Planung für die erste „Fridays for Future“-Demo in Mettmann lief größtenteils über Whatsapp. Aufgrund der Einteilung in Arbeitsgruppen sei die Organisation „reibungslos“ verlaufen. Viel zu tun gab es trotzdem: „Wie mussten Materialien erstellen, die Demo anmelden und auf Social Media ankündigen, Pressemitteilungen schreiben, der Polizei Bescheid sagen, Banner anmelden und Lautsprecher besorgen“, erklärt die 17-Jährige. Dabei unterstützt wurden sie von der Kulturvilla und Mettmann Sport, deren Räumlichkeiten sie nutzen durften. Auch die Mettmanner SPD griff den Klimaschützern unter die
Arme.

Konkrete Anliegen haben die Jugendlichen auch für Mettmann. „Wir brauchen mehr Klimaschutz in unserer Stadt“, sagt Annika. Dazu gehört eine bessere Vernetzung zuverlässiger und umweltfreundlicher Öffis und eine fahrradfreundliche Infrastruktur, „damit das Auto auch mal stehen bleiben kann“. Mettmann soll nicht nur autofreier werden, sondern auch grüner mit größeren Grünflächen, mehr Bäumen und
weniger Beton.

(Danina Esau )