Mettmann: Räumliche Mängel an Katholischer Grundschule Neanderstraße

Mettmann : Kritik am KGS-Sanierungsstau: Eltern fordern Antworten

Bei den Eltern der Grundschule Neanderstraße wächst der Unmut. Sie wollen die Raumsituation nicht länger tolerieren und fordern Taten von der Stadt.

Regina Lenz, Vorsitzende der Schulpflegschaft, und ihre Mitstreiter wollen die Sache nun selbst in die Hand nehmen. In einem offenen Brief laden sie alle Mitglieder des Rates sowie von Haupt- und Schulausschuss dazu ein, sich bei einem Ortstermin am Donnerstag, 10. Oktober, selbst ein Bild von der räumlichen Not an der Katholischen Grundschule Neanderstraße zu machen.

„Wir wollen jetzt nicht länger untätig rumsitzen“, sagt die gelernte Bauingenieurin. Ihre mit sieben Jahren älteste Tochter besucht zurzeit die dritte Klasse der Katholischen Grundschule. Ihre beiden anderen Kinder sollen dort in zwei Jahren ebenfalls eingeschult werden, weil Regina Lenz die Qualität der Einrichtung und ihres Personals sehr schätzt.

Eltern wollen die Stadtverwaltung endlich zum Handeln bewegen

Weitaus weniger zufrieden sind die Eltern und Mitglieder des an der Schule frisch gegründeten „Arbeitskreis Erweiterung“ hingegen mit der räumlichen Situation an der Schule. Die Mängelliste beginnt bei der Aula („viel zu klein und schwer zugänglich, da im Dachgeschoss“) und erstreckt sich über die Toiletten („sie befinden sich in einem separaten Gebäude. Die Kinder müssen bei Wind und Wetter den Schulhof überqueren, um dorthin zu gelangen“) und die Pavillons („seit über 40 Jahren eine provisorische Übergangslösung“) bis hin zum Ganztagsbereich (Ogata). Der ist in den Räumen der ehemaligen Kita St. Lambertus untergebracht. „Die vorhandenen Räumlichkeiten sind eng, es ist sehr laut, das Außengelände ist winzig“, kritisiert Regina Lenz in einem offenen Brief.

Die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die das Architekturbüro
„Klein + Neubürger“ am 18. November vergangenen Jahres dem Schulausschuss vorstellte, habe gezeigt, dass der Schulstandort auf drei volle Züge erweitert werden kann, einschließlich Räumen für Ganztag mit Mensa, Küche sowie einer Sporthalle. Doch auf die Umsetzung warten die Eltern bis heute. „Es passiert gar nichts“, sagt Lenz. Große Hoffnung setzte die Elternschaft daher auf einen Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft UBWG, den diese in die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 24. September eingebracht hatte. Dieser Antrag wurde jedoch aus Formgründen zurückgestellt – aus „fadenscheinigen Gründe“, sagt Lenz. Und auch auf der aktualisierten Tagesordnung des Rates, der am Dienstagabend (1. Oktober) tagt, ist dieser Punkt gestrichen. Einen weiteren Anlauf wollen die Eltern daher nun in einem persönlichen Gespräch mit Bürgermeister Thomas Dinkelmann nehmen, das sie am Montagabend (30. September) führen wollen. „Wir wollen dem Bürgermeister ein bisschen auf die Nerven gehen. Wie kann es sein, dass nichts passiert?“, wie Lenz die Beweggründe
erläutert.

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