Sicherer Schulweg in Mettmann Ewiges Gezänk ums Elterntaxi

Mettmann · Aus Sicht mancher Eltern ist es die beste Maßnahme, den Nachwuchs quasi bis ins Klassenzimmer zu fahren. Dass ein Elterntaxi andere gefährdet, blenden manche dabei aus. Mettmann versucht mit Elternhaltestellen für Entzerrung zu sorgen

 KGS macht mit beim Appell, auf Elterntaxis zu verzichten.

KGS macht mit beim Appell, auf Elterntaxis zu verzichten.

Foto: Valeska von Dolega

(von) Seine Kinder zu lieben, ist ein feiner Zug. Sich deshalb in sogenannte Helikoptereltern zu verwandeln, ist nicht notwendig. Dauerstreitthema sind in diesem Kontext Elterntaxis. Gerade, wenn es witterungsbedingt nicht gerade strahlend ist, neigen übervorsichtige Eltern dazu, ihren Nachwuchs am liebsten direkt bis ins Klassenzimmer zu chauffieren. Das sorgt regelmäßig für unübersichtliche und gefährliche Situationen. Übrigens nicht nur für das eigene Kind. Auch für alle anderen, die den Weg zwischen an- und abfahrenden, wild parkenden Autos suchen. Schulleiter appellieren immer wieder an Eltern, ihre Kinder selbstständig zur Schule laufen zu lassen. An der Katholischen Grundschule beispielsweise hängt ein entsprechendes Banner am Eingangstor. Und es haben sich Initiativen gebildet, den eigenen, gesunden Schulweg propagieren, so wie den SpoSpiTo-Bewegungspass.

Anerkennung für Bewegung
und Klimaschutz

Das Kürzel steht für Sporteln-Spielen-Toben. Das Projekt geht jetzt in die fünfte Runde. Ziel ist, innerhalb von sechs Wochen mindestens 20 Mal ohne Elterntaxi in die Schule zu kommen. Ob mit dem Rad, dem Tretroller oder zu Fuß – Hauptsache das Auto bleibt in der Garage. Kinder, die diese Aufgabe meistern, erhalten als Anerkennung für so viel Bewegung und Klimaschutz eine Urkunde. Via spospito-bewegung.de/ können Grundschulen sich bis 2. Februar anmelden.

Und natürlich bleiben die Verantwortlichen der Stadt nicht untätig. Wie Marcel Alpkaya, bei der Verwaltung auch für Themen rund um Verkehrsinfrastruktur zuständig, berichtet, gibt es sogenannte Elternhaltestellen. Hier können Erziehende ihren Nachwuchs Richtung Schule verabschieden. Folgende Schulen haben mindestens eine Elternhaltestelle: Das Heresbach-Gymnasium an der Neanderstraße vorm Rathaus, das Heine-Gymnasium an der Florastraße im Bereich Spessartweg, die Lindgren-Grundschule auf dem Parkplatz des Supermarkts am Steinesweg und ebenfalls an der Florastraße auf Höhe Spessartweg, die Gemeinschaftsgrundschule am Neandertal verfügt über eine Elternhaltestelle an der Beethovenstraße, die KGS Am Königshof und die GGS Herrenhauser Straße über eine entsprechende Adresse an der Nourneystraße.

„Für die Schulen an der Goethestraße wird zukünftig eine Elternhaltestelle im Bereich der Düsseldorfer Straße eingerichtet“, informiert Marcel Alpkaya. Aufgrund der seit knapp einem Jahr laufenden Kanalbaumaßnahme an der Goethestraße wird die Umsetzung erst nach Beendigung der Maßnahme und Freigabe der Goethestraße erfolgen.

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