Mettmann: Projekt Bürgerbus wird konkret, die Politik befürwortet ihn

Kreis Mettmann : Freie Fahrt für den Bürgerbus

In Mettmann nimmt das Projekt, einen Bürgerbus einzuführen, langsam Gestalt an.

Den öffentlichen Nahverkehr in eigene Hände nehmen und den Bürgern damit eine Ergänzung zum konventionellen Linienverkehr bieten – das ist der Gedanke hinter dem Bürgerbus. Dabei bedarf es auch ehrenamtlicher Helfer, sowohl für die Nutzung wie auch den Betrieb. Gerade letzteres stellt oft eine Hürde für die Inbetriebnahme dar.

Genau dieser Fall liegt aktuell in Wülfrath vor. „Wir haben uns bemüht“, berichtet Walter Brühland, Vorsitzender der Senioren-Union Wülfrath. „Aber uns fehlen die Ehrenamtler.“ Anfang letzten Jahres startete eine intensive Planung für den Wülfrather Bürgerbus.

In Wülfrath fehlte das ehrenamtliche Interesse

In Gesprächen mit der Stadt und den Stadtwerken erarbeiteten die Verantwortlichen, maßgeblich Walter Brühland, André Herbes und Walter Preuß, bereits zwei Fahrstrecken und zusätzliche Optionen zur Umsetzung. Auf Veranstaltungen des Bürgervereins, der Awo sowie an Infoständen in der Innenstadt warben Brühland und seine Kollegen für das Projekt – ohne Erfolg. Nur acht ernsthaft interessierte Freiwillige haben sich finden lassen. „Es lohnt nicht, einem Phantom nachzujagen“, erklärt Brühland resignierend und bestätigt, dass das Projekt seither auf Eis gelegt ist. Ein Wiederaufleben sei, insbesondere bei der aktuellen Klimadebatte, wünschenswert. Doch solange sich keine Bürger zur Mithilfe bereit erklären, werde das Projekt weiter pausieren.

Auch in Mettmann werden ehrenamtliche Helfer, insbesondere Fahrer, für den Bürgerbus gesucht. Doch dort scheint das Projekt auf den letzten Metern zu sein. Der Initiator ist der „Runde Tisch für Seniorenfragen“ (RTfS). „Nach unserer ersten Abfrage beim Seniorentag 2017 hat sich 2018 ein engagiertes Team gebildet, das dieses Projekt zur Unterstützung der Mobilität in Mettmann plant und konkretisiert“, berichtet der Vorsitzende Stefan Wigge. Jetzt seien Abstimmungsgespräche mit Projektpartnern im Gange. Daher wolle Wigge zunächst keine weiteren Informationen an die Öffentlichkeit tragen.

Den Rückhalt in der Politik scheint der Bürgerbus jedoch zu haben. „Wir unterstützen das Projekt“, sagt Nils Lessing, Fraktionssprecher der Grünen. Er finde es „toll, dass Leute das Projekt umsetzen“. Daher werde der Bürgerbus auch das Votum in der Ratssitzung erhalten. Auch Klaus Müller, Fraktionsvorsitzender FDP, befürwortet den Bürgerbus für Mettmann: „Es ist ein gutes zusätzliches Angebot des ÖPNV und besonders für Bürger aus abgelegenen Stadtteilen eine gute Sache. Die Tendenz geht eindeutig in Richtung Bürgerbus.“

Verkehrsproblematik soll durch Bürgerbus entschärft werden

Ein Gespräch mit den Verantwortlichen stehe jedoch noch aus. Darauf beruft sich Richard Bley, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er halte den Bürgerbus für ein „spannendes Projekt“. Ob die CDU es auch mittragen werde, entscheide sich, wenn sich die Fraktion im Gespräch mit den Vertretern der Initiative eine fundierte Meinung habe bilden können. Einen Gesprächstermin gebe es bereits. Diese Überzeugungsarbeit muss es bei der SPD nicht mehr geben: „Der Bürgerbus ist eine der vielen kleinen Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, um die Verkehrsproblematik in Mettmann kurzfristig zu verbessern“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Heribert Klein. Daher sollte das Projekt unterstützt werden.