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Mettmann: Petition für Fußgängersicherheit rund ums Mettmanner Rathaus

Mettmann : Bürger fordern Sicherheit für Fußgänger

Ernesto Fernandez Saenz ist selbst dreifacher Familienvater. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Straßen rund ums Rathaus wesentlich sicherer gestaltet werden könnten. Seine Online-Petition fußt auf einer akribischen Dokumentation.

Zusammen mit Frau und den drei Kindern lebt Ernesto Fernandez Saenz im Grün hinterm Rathaus. „Wir haben uns damals bewusst für diese Gegend entschieden, weil von hier aus innerstädtisch alles fußläufig zu erledigen ist“, erzählt der Ingenieur. Auch das Fahrrad nuzten er und seine Familie gerne – der 49-Jährige düst auf diesem Vehikel beispielsweise zur Arbeit – in Düsseldorf-Holthausen.

„Die Verkehrssituation in Rathausnähe stimmt uns einfach nur traurig“, führt der Mettmanner aus. „Unfassbar“ ist es, wie viele Kinder und Senioren sich Gefahren bei den vielfach schlecht gesicherten Überwegen aussetzen müssen. Deshalb hat Ernesto Fernandez Saenz jetzt eine Petition für mehr Verkehrssicherheit in besagtem Areal ins Netz gestellt.

Vor etwa vier Wochen online gestellt, wächst die Unterschriftenliste der Unterstützer täglich. Sieben Gefahrenpunkte dokumentiert Saenz in seiner Präsentation, die er zum „Wohlergehen aller, aber eben auch der schwächsten Verkehrsteilnehmer, nämlich den Kindern und Senioren“ verfasst hat. Dass nicht durchgehend ein Limit von Tempo 30 ausgeschildert ist und auch Zebrastreifen fehlen, sind zwei Argumente.

„Morgens sind hier in Richtung Grundschule und Gymnasium viele Elterntaxis unterwegs“, die schmalen Straßen, offensichtlich für einen solchen Hochbetrieb nicht konzipiert, sind dann überfüllt. Speziell die Kreuzung Neanderstraße/ Am Rathaus ist ein neuralgischer Punkt, häufig kommen während der Stoßzeiten Autos aus drei verschiedenen Richtungen gleichzeitig, nämlich aus der Innenstadt, aus der Adresse „Am Rathaus“ sowie der Eidamshauser Straße.

„Die Kreuzung ist extrem gefährlich: die Autos, die aus „Am Rathaus“ kommen, fahren bergauf und sind durch den spitzen Winkel mit der Neanderstraße nur spät sichtbar. Ein Zebrastreifen und Tempo 30 in der „Neanderstraße sind dringend nötig“, lautet deshalb eine der Forderungen. Und auch an den anderen Risiko-Punkten hat er sorgfältig argumentiert, warum hier Ausbesserung Not tut. Das Plus an Sicherheit sorge doch für einen erhöhten Wohlfühlfaktor in der Stadt, auch Klimaziele – unter anderem durch langsames Fahren oder den Verzicht aufs Auto zu erzielen – liegen Saenz am Herzen. „Für mich ist die Straßenverkehrssituation mit den fehlenden Tempolimits und Zebrastreien so, als habe man ein Haus ohne Dach gebaut.“ Natürlich habe die Verwaltung viele andere Sorgen. Aber hier könnte sie vorbildlich Gutes tun.

Bürgerausschuss soll sich
mit dem Problem befassen

„Die Bürgeranregung ist sehr frisch und soll nach den Sommerferien im Bürgerausschuss beraten werden“, bestätigt Dezernent Kurt Werner Geschorec erste Kontakte zwischen dem Petitions-Steller und der Verwaltung auf Anfrage. „Die Verwaltung wird die einzelnen Vorschläge prüfen und hierzu substantiiert Stellung nehmen.“ Für eine seriöse Behandlung der Anregung braucht es Zeit, ein „Schnellschuss hilft niemandem weiter“, führt Geschorec aus.

Dennoch lasse sich nach erster Durchsicht feststellen, dass vielfach das Verhalten der Verkehrsteilnehmer kritisiert wird, beispielsweise der „Schülertaxi-Chauffeure“ vor dem Konrad-Heresbach-Gymnasium. Die als vermeintliche Gefahrenstellen dargestellten Straßenkreuzungen und -einmündungen stellen baulich Ausbausituationen dar, von denen „bei einem ordnungsgemäßen Verhalten aller Verkehrsteilnehmer keine besondere Gefährdung ausgeht“.