Mettmann: Open-Air-Kino - Ein unvergessliches Ereignis

Mettmann: Open-Air-Kino - Ein unvergessliches Ereignis

Dass kurz vor Filmstart die Leinwand einzusacken drohte, konnte die gute Stimmung auf dem Marktplatz nicht verderben

Mettmann. Dass in Mettmann vieles schlechter geredet wird als es ist, hat Gabriele Rosslenbroich und Margarethe Papenhoff schon immer gestört. Anstatt in den Kanon von Krisen und Katastrophen einzustimmen, zeigen die Betreiberinnen des Mettmanner Kinos, dass es auch anders geht. Sie reden nicht nur, sie machen einfach. Und was sie machen, das kommt bei den Mettmannern an.

Ein lauer Sommerabend, ein Glas Wein und ein richtig guter Film: Mehr brauchte es am Freitag nicht, um für ein stilvolles Kinoerlebnis zu sorgen. Schon lange vor dem Filmstart pilgerten hunderte Cineasten mit Tischen, Stühlen und Picknickkörben zum Marktplatz.

"Ausverkauftes Haus", meldete Margarethe Papenhoff bereits am Freitagmittag. 700 Karten wurden bereits im Vorverkauf durch die Kinokasse gereicht. "Für alle Fälle habe ich noch 20 Karten für die Abendkasse zurückgelegt", sagt die Kinobetreiberin.

Übrigens liegen die Anfänge des Mettmanner Open-Air-Kinos schon lange zurück. Denn schon vor mehr als 100 Jahren ratterten die ersten Stummfilme über die Leinwand der damaligen Johanniskirmes.

Einer der Cinematographen vergaß damals sein Vorführgerät und sorgte so für die Geburtsstunde des Mettmanner Kinos. Vor zwei Jahren wurde mit Hape Kerkelings "Samba in Mettmann" das 100-jährige Kinojubiläum unter freiem Himmel gefeiert.

"Das könnten wir doch eigentlich öfters machen", dachte sich damals Kulturamtsleiterin Marion Buschmann, die mit dieser Idee bei der Familie Rosslenbroich auf offene Ohren stieß. So flimmerten im vergangenen Jahr die "Keinohrhasen" über die Leinwand. Und diesmal sorgte die wunderbare französische Komödie "Willkommen bei den Sch´tis" für ein unvergessliches Kinoerlebnis.

Unvergesslich auch deshalb, weil zwischendurch die aufblasbare Leinwand plötzlich in sich zusammenzusacken drohte. Jemand hatte vermutlich den Stecker rausgezogen und damit für Luftmangel und eine Beinahe-Katastrophe gesorgt.

Frauenpower war gefragt, und so hingen Gabriele Rosslenbroich, Margarethe Papenhoff und Marion Buschmann mit den Technikern in den Seilen, um das Schlimmste zu verhindern. Das Publikum war dennoch bester Laune. und der Film konnte trotz allem pünktlich von der Spule laufen.

Familie Schwarz, die im vergangenen Jahr mit der roten Couch in der ersten Reihe für Aufsehen gesorgt hatte, liebte es auch diesmal wieder romantisch. Die Couch ist auf dem Sperrmüll, dafür wurde stilvoll mit Kerzenleuchter und Wein gespeist. "Im nächsten Jahr kommen wir mit Himmelbett", kündigten beide an. Mettmann wartet auf dieses Ereignis.

Eher rustikal ging es bei Rolf und Andrea Weber zu. Sie hatten die Gartenmöbel aus Obschwarzbach auf den Marktplatz kutschiert und waren mit gekühltem Bier im Fass angereist. Die gutgelaunten Trinkkumpane um Stefan Prangenberg hatten sogar ihr privates Buffet auf dem Marktplatz aufgebaut. Anja Küchler freute sich: "Das ist ein Event, bei dem man halb Mettmann trifft."