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Mettmann: Lothar Weuthen plant neue Ausstellung

Atelierbesuch in Mettmann : Krise bremst Kreativität nicht aus

Der Mettmanner liebt das künstlerische Experiment und hofft, im Januar seine aktuellen Arbeiten im Kunsthaus zeigen zu können.

Schon als Kind wollte Lothar Weuthen malen, liebte Farben und experimentierte gerne. Doch für den Lebensunterhalt stieg er zunächst ins Immobiliengeschäft ein, gründete eine Firma und nahm sich vor, so etwa mit 60 Jahren seinen Kindheitstraum zu erfüllen. Diesen Lebensplan verwirklichte er. Er hängte seinen Beruf an den Nagel, machte eine zweijährige Ausbildung in der Malakademie von Frank Burkamp. So wurde aus dem Bauzeichner, Architekt und Immobilienmakler ein Künstler. Nebenher richtete er sich ein Atelier ein, um mehr und besser experimentieren zu können und sich weiter zu entwickeln. Seine erklärten Vorbilder waren William Turner und Karl-Otto Götz. Von beiden lernte er, ohne abzukupfern.

Heute ist Lothar Weuthen über die Grenzen Mettmanns hinaus ein anerkannter Künstler, der es versteht, sich auf vielfältige Art auszudrücken. Das beweisen die unterschiedlichsten Werke in seinen Ausstellungen oder ein Besuch in seinem neuen Atelier.

Das Kunsthaus ist seine Heimat. Noch in der Lohstraße hatte Lothar Weuthen seine erste Ausstellung und heute, wo das Kunsthaus in die Mühlenstraße umgesiedelt ist, sind seine abstrakten Werke in Acryl und Öl oder seine Fotografien in diesem Kleinod immer wieder zu bewundern. Hier sollte im November eine Ausstellung stattfinden, die er mit seinem Freund und Kollegen Jürgen Brockerhoff gemeinsam geplant hatte. Wie in so vielen anderen Fällen bei anderen Kunstschaffenden auch, musste die Schau wegen Corona abgesagt werden. 2021 werden Lothar Weuthen und Jürgen Brockerhoff einen erneuten Anlauf nehmen und die geplante Ausstellung, in der ganz neue Werke gezeigt werden, soll vom 15. bis 24. Januar im Kunsthaus zu sehen sein.

Wie sehr er zu experimentieren liebt, wird in den aktuellen Arbeiten verblüfft sichtbar. Nach Bildern ganz großer Meister wie Gustav Klimt oder Auguste Renoir entwickelte er eine neue Technik, die er Colour-Codes nennt. In diesem Verfahren werden die Grundfarben der jeweiligen Gemälde in einen Farbcode auflöst. Anschließend entsteht eine Grafik, durch die tatsächlich die Originalbilder erkennbar werden. Fans dieser Arbeiten loben die Bilder als „ungemein reizvolle und faszinierende Fotobilder“, die auf eigene Weise gelungen sind. Nicht nur neue Verfahren entwickelt er, ebenso entdeckt er neue Werkstoffe für sich.

Neu ist seine Leidenschaft für Kreationen aus Holz. Auch hier greift er auf in seiner Jugend Erlerntes zurück, damals hatte er zwei Praktika bei einem Schreiner und einem Zimmermann gemacht. „Holz war schon immer ein Werkstoff, den ich besonders mochte.“ Was er daraus arbeitet, sind Hingucker wie etwa eine Figur.

Dazu verwendete der Mettmanner Furnierplatten, die so lange in Wasser getaucht werden, bis sie biegsam werden. Aus diesen nun formbaren Holzplatten wurde eine Skulptur. Wird sie dann endlich ausgestellt, soll sie einen besonderen Effekt bekommen, indem sie von unten angestrahlt wird.

Bekanntermaßen war Lothar Weuthen ursprünglich Immobilienkaufmann und von daher sind ihm Leerstände in der Innenstadt ein Gräuel. Er würde sich gerne mit einigen Künstlerinnen und Künstlern des Kunsthauses zusammentun und einen dieser Leerstände in eine Galerie verwandeln. „Das wäre ein Hingucker“, sagt er und die „Künstler könnten sich dort dauerhaft präsentieren“. Eine schöne Idee, wäre die Miete für ein geeignetes Ladenlokal nicht so hoch. „Vielleicht kennt jemand einen Fördertopf, der derartigen Projekten Unterstützung bietet.“