Kultur in Mettmann Literatur inspiriert eine Ausstellung im Kunsthaus

Mettmann · Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz haben Ideen zur Lektüre umgesetzt.

 Die Erkrather Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz mit ihren Arbeiten im Kunsthaus Mettmann.

Die Erkrather Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz mit ihren Arbeiten im Kunsthaus Mettmann.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Das Kunsthaus Mettmann war schon oft Ausstellungsort außergewöhnlicher Kunstschauen. Am kommenden Freitag beginnt mit einer Vernissage wieder eine solche in dem Fachwerkhaus an der Mühlenstraße: Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz haben sich von Italo Calvinos Buch „Die unsichtbaren Städte“ inspirieren lassen und ihre Gedanken und Ideen zum Gelesenen in Kunstwerke umgesetzt.

So werden sie bei der Vernissage am 12. April um 18 Uhr auch einige der Beschreibungen fiktiver Städte vorlesen, die der italienische Autor seinen Marco Polo, auch er ist hier eine fiktive Figur, besuchen lässt. „Wir haben die Geschichten ausgedruckt und neben unsere Interpretationen gehängt“, erzählte Roswitha Müller-Krüger, die sich durch „die menschlichen Seins-Zustände in den Geschichten“ hat inspirieren lassen. Ihr Künstlerkollege, mit dem sie sich im Kunsthaus Erkrath ein Atelier teilt, habe sich durch die Lektüre des Buches, das sie dort einmal liegen gelassen hatte, anstecken lassen.

Werner Rutz ist ehemalige Leiter des Erkrather Planungsamts und hat sich mit einem „historisch und architektonisch“ geprägten Blickwinkel an die Umsetzung seiner Gedanken zu den Geschichten gemacht.

So lebt die Ausstellung von der Spannung, die sich durch die unterschiedliche Umsetzung des Gelesenen entsteht: hier die zumeist großformatigen, farbige Arbeiten von Roswitha Müller-Krüger, dort die schwarz-weißen, manchmal auch zurückhaltend kolorierten Werke von Werner Rutz. Als Beispiel mag die Verarbeitung der Gedanken zu der Geschichte über die Stadt Zobeide dienen. Sie haben Männer, die seit Generationen versuchen, eine Frau dort festzuhalten, die ihnen immer wieder flüchtig erscheint, aus Wollknäueln erschaffen.

Roswitha Müller-Krüger hat auf einem das Bild dominierenden, weißen Wollknäuel eine schemenhafte, rote Frauenfigur gesetzt, und so deren vergeblichen Versuch dargestellt, sie zu binden. In Werner Rutz Bleistiftzeichnung sind Bauwerke auf der Oberfläche eines durchbrochenen, aber als Knäuel interpretierbaren Erdenrunds zu sehen. Da sich die von Roswitha Müller-Krüger dargestellten „Seelenzustände“, die sie mit den Geschichten verbindet, sich ebenso wenig für den Betrachtenden erschließen mögen wie die reichhaltigen Architektur-Zitate in den Werken von Werner Rutz, versicherten beide Künstler, den Besuchern gerne Auskunft zu geben. Denn, wie es Roswitha Müller-Krüger zitierte: „Kunst ist, wenn die Lösung zum Rätsel wird.“

Bei der Eröffnung am Freitag, 12. April, 18 Uhr, werden die beiden Geschichten aus dem inspirierenden Buch vortragen und die Vorsitzende des Kunsthauses Mettmann, Monika Kißling, wird einführende Wort sprechen. Geöffnet ist die Schau bis zum 28. April freitags 17 bis 19 Uhr, samstags 11 bis 15 Uhr und sonntags 13 bis 17 Uhr.

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