Immobilien in Mettmann Ende fürs Benninghof-Projekt?

Mettmann · Eigentlich hatte Inhaber Andreas Pawlowski ein Vorzeigeprojekt für Alt und Jung geplant. Zweieinhalb Jahre Vorarbeit steckten darin. Investoren wollten viele Millionen geben. Dann wies die Stadt Mettmann auf den Rechtsrahmen hin.

 Andreas Pawlowski und Marcus Dey (v.l.) wollen dem historischen Benninghof neues Leben einhauchen.

Andreas Pawlowski und Marcus Dey (v.l.) wollen dem historischen Benninghof neues Leben einhauchen.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Der Inhaber des Benninghofes, Andreas Pawlowski, ist immer noch hörbar verblüfft und verärgert. Ein Gesprächstermin mit dem Baudezernenten der Stadt Mettmann habe zweieinhalb Jahre Vorplanung einfach zunichte gemacht. „Daraufhin sind mir alle Investoren abgesprungen.“ Was ein Vorzeigeprojekt hätte werden können, sei damit gekippt, sagt Pawloski. In einer ersten Stellungnahme der Stadt klingt das weniger endgültig. Der zurzeit urlaubende Baudezernent habe auf „planungsrechtliche Hürden“ hingewiesen. „Ein vom Eigentümer vorgestelltes Projekt kann nur stufenweise umgesetzt werden. Das hat die Verwaltung dem Besitzer im Gespräch erklärt. Für weitere Gespräche steht die Stadtverwaltung auch weiterhin zur Verfügung.“

Das Grundstück am Benninghofer Weg 83 ist rund 75 000 Quadratmeter groß und befindet sich seit vielen Jahren in einem Dornröschenschlaf. Die Auswirkungen von Witterung und Nichtnutzung auf die Bausubstanz sind alles andere als märchenhaft. Deshalb erarbeitete Inhaber Pawlowski, unterstützt durch die auf Gesundheits- und Pflegeimmobilien spezialisierte Soleo GmbH und durch Marcus Dey, Geschäftsführer der WohnPlus AG, ein Konzept für das etwa 100 Jahre alte Gelände mit Gebäuden, das viele Jahre lang als Behindertenwohnheim diente.

Auf dem Benninghof sollte ein Miteinander von Jung und Alt entstehen: Geplant waren eine Seniorenresidenz, Senioren-Wohngemeinschaften, betreutes Wohnen, eine Abteilung für Demenzbetreuung, ein Waldkindergarten, der nicht nur die Kinder von Mitarbeitern aufnimmt, eine Rehabilitationseinrichtung mit Tieren, der Ausbau einer sozialen Landwirtschaft mit Parzellen für Interessierte. Die dafür notwendigen 15 bis 20 Millionen Euro sollten Investoren finanzieren. Der Stadt Mettmann sollten keine Kosten entstehen. Laut den Aussagen der Planer und Investoren wäre der Umbau und die neue Nutzung des Benninghofes ein Vorzeigeobjekt weit über die Grenzen von NRW hinaus.

Der Knackpunkt liegt offenbar darin: Die künftige Entwicklung des Areals muss sich an der vorherigen Nutzung orientieren. Für Inhaber Pawlowski ist dies mit seinem Konzept gegeben. Laut seiner Schilderung des Gesprächs ist dies jedoch nicht die Meinung des Baudezernenten: „Dieser hat erklärt, betreutes Wohnen sei vor allem ein Wohnen und keine Pflege.“ Damit war für den Inhaber klar: Die Stadt lehnt das Konzept, zu dem es mehrere Vorabinformationen gegeben habe, plötzlich ab. „Das ganze Projekt ist gestorben.“

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