Umwelt in Mettmann Spielend leicht zum Klimaschutz in Mettmann

Mettmann · Der Klimaschutzpreis 2023 geht an zwei Mettmanner Institutionen. Ausgezeichnet wurden am Mittwoch in der Stadtbibliothek der Freundeskreis der Stadtbibliothek und der Bürgerbusverein.

 Auszeichnung für vorbildliche Natur- und Umweltschützer durch Westenergie (v.l.): Martin Koch (Freundeskreis Stadtbibliothek), Judith Meuter (Westenergie) und Bodo Nowodworski (Bürgerbus) spielen das Brettspiel „CO2“.

Auszeichnung für vorbildliche Natur- und Umweltschützer durch Westenergie (v.l.): Martin Koch (Freundeskreis Stadtbibliothek), Judith Meuter (Westenergie) und Bodo Nowodworski (Bürgerbus) spielen das Brettspiel „CO2“.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

(dne) Die einen erwarten bald den 10 000 Fahrgast. Die anderen versuchen über Brettspiele, Bücher und Aktionen erlebbar zu machen, was Klimaschutz bedeutet und wie schweres eigentlich ist, das klimaschädliche Kohlendioxid, CO2, zu reduzieren. Am Mittwoch bekamen beide Mettmanner Teams in der Stadtbibliothek die diesjährigen Westenergie Klimaschutzpreise. Den mit 1500 Euro dotierten ersten Platz belegt in diesem Jahr der Freundeskreis Stadtbibliothek. Auf Rang zwei folgt der Bürgerbusverein Mettmann und freut sich über 1000 Euro für die zurzeit arg strapazierte Vereinskasse. Es gratulierte Bürgermeisterin Sandra Pietschmann und Judith Meuter im Namen von Westenergie.

„Um etwas für den Klimaschutz zu tun, haben wir Medien für die Stadtbibliothek angeschafft“, berichtete Martin Koch, zweiter Vorsitzender des Freundeskreises. Sogleich wurde ausgepackt: Das Brettspiel CO2 soll Spielenden ab 13 Jahren verständlich machen, wie es läuft auf dem Energiemarkt. Bürgerbusvorsitzender Bodo Nowodworski, Martin Koch und Judith Meuter stellten probeweise die Figuren auf ein großes Spielfeld.

Und dabei wurde deutlich, worum es bei dem Spiel geht. In CO2 verwaltet jeder Spieler ein Energie-Unternehmen, das auf die Regierungsanfragen für neue, grüne Kraftwerke reagiert. Ziel ist es, den Anstieg der Umweltverschmutzung zu stoppen und die steigende Nachfrage für nachhaltige Energie zu befriedigen. Und bei alledem soll Profit gemacht werden. Martin Koch brachte es so auf den Punkt: „Wenn sie ein Kohlekraftwerk mit einer schlechten Umweltbilanz haben, sollten sie es gegen eine Windenergieanlage eintauschen.“ Die Spieler lernen, Fachwissen, Geld und Ressourcen einzusetzen, um saubere Kraftwerke zu bauen.

Auf der Urkunde des Klimaschutzpreises wurde der Freundeskreis zudem für die Aktion „Saturday Bib Fever“ ausgezeichnet. Dabei waren an einem Samstag all die vom Freundeskreis beschafften Geräte und Programme auszuprobieren: Der 3D-Drucker, die Robotik-Einheiten, die Brettspiele aber auch die Arduino-Komponenten, bei denen es um eine selbst programmierbare Computer-Hardware geht. Koch versprach: „Im nächsten Jahr wollen wir jeweils am 3. und 4. Samstag jedes Monats solche Angebote hier in der Stadtbibliothek machen.“ Das Programm mit Terminen und Themen sei kurz vor der Vollendung.

Der Bürgerbusvorsitzende Bodo Nowodworski hatte fast den gesamten Vorstand des Bürgerbusvereins mitgebracht. Aus anfänglich neun Mitgliedern sind mittlerweile über 100 geworden. 45 Fahrerinnen und Fahrer halten seit elf Monaten den Fahrbetrieb aufrecht. Die Kleeblattroute verbindet viele Mettmanner Stadtteile mit der Stadtmitte. Zwischen 8 und 18.30 Uhr kreist der nagelneue Neunsitzer-Bus.

Ausgerechnet das Fahrzeug macht dem Mettmanner Verein zurzeit Sorgen. Bereits zwei Mal fiel es mit Problemen in der Abgasreinigung aus. Und ein dritter Werkstattaufenthalt ist bereits angekündigt. „Bürgerbusvereine aus Heiligenhaus und Erkrath helfen uns mit Ersatzfahrzeugen aus“, sagt Nowodworski. Doch die Fahrzeuge gebe es nicht zum Nulltarif. „Da kommen die Tausend Euro aus dem diesjährigen Klimaschutzpreis sehr gelegen.“

Judith Meuter von Westenergie erinnerte daran, dass es den Klimaschutzpreis bereits seit 1995 gibt. Mehr als 8000 Initiativen und Projekte wurden in der ganzen Zeit bereits ausgezeichnet. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Vertretern der jeweiligen Kommune und Westenergie.

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