DRK und Catitas starten Generationenprojekt in Mettmann Warum es bald Wunschomas und Wunschopas geben wird

Mettmann · Um Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu können, fehlt oft eine helfende Hand. Das ändert sich in Mettmann.

 Susanne Ribbert (l.) vom DRK-Begegnungszentrum und Alexandra Töpfer vom Familienzentrum Goldberg starten ein Generationenprojekt.

Susanne Ribbert (l.) vom DRK-Begegnungszentrum und Alexandra Töpfer vom Familienzentrum Goldberg starten ein Generationenprojekt.

Foto: Dirk Neubauer

Eigentlich ist alles perfekt organisiert: Mutter und Vater gehen arbeiten, das Kind in die Kita. Denn die jungen Eltern haben Glück gehabt und einen Kitaplatz bekommen, der zu ihren perfekt aufeinander abgestimmten Tagesplänen passt. 45 Stunden pro Woche sind mit der Kita vereinbart. Eigentlich. „In der Realität kommt nicht selten etwas dazwischen“, wissen Susanne Ribbert vom Begegnungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Mettmann und Alexandra Töpfer vom Kindergarten und Familienzentrum Goldberg, einer Einrichtung der Caritas. Längst hat der Fachkräftemangel auch die Kitas fest im Griff. Erzieherinnen und Erzieher sind Mangelware, werden auch mal krank, bilden sich in Fortbildungen weiter oder machen Urlaub. „Sobald uns das Personal in der Einrichtung fehlt, sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, die Betreuung anzupassen“, sagt Kita-Leiterin Töpfer. Betreuungszeiten werden verkürzt oder Gruppen fallen sogar ganz aus.

Und schon wackelt der Familienplan. An dieser Stelle bringen Susanne Ribbert und Alexandra Töpfer jetzt ihre Idee von den „Wunschomas und Wunschopas“ ins Spiel. Denn wenn die eigenen Eltern zu weit entfernt wohnen oder nicht mehr als helfende Hand die jungen Familien unterstützen können, fehlt genau das: eine liebevolle, erfahrene, sich sorgende Bezugsperson für die Kinder. Deshalb machen sich das DRK-Begegnungszentrum und der Caritas Kindergarten und Familienzentrum Goldberg nun auf Weg. Gesucht werden Seniorinnen und Senioren, die sich gern mit Kindern beschäftigen und Interesse daran haben, die Welt wieder mit Kinderaugen zu sehen. Sie sollten aufgeschlossen sein, Geduld haben, Verständnis aufbringen für die Wünsche der Kleinen und die Lebenssituation der jungen Eltern.

Senioren sollen die Entwicklung der Kinder unterstützen

Leihgroßeltern werden ehrenamtlich engagiert sein. Das Projekt Wunschoma/Wunschopa steht für den aktiven Austausch zwischen den Generationen. Im Idealfall werden die Senioren ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung eines Kindes, wenn keine eigenen Großeltern erreichbar sind. Sie verbringen eine fest umgrenzte, selbst bestimmbare Zeit mit ihren Leihenkeln. So ist die Idee.

„Es geht darum, eine gesellschaftliche Herausforderung zu bewältigen“, erläutert Alexandra Töpfer. Damit das gelingt, brauche es auf beiden Seiten viel Aufgeschlossenheit. „Da steckt jede Menge Beziehungsarbeit dahinter.“ Denn eines sollen die Wunschomas und Wunschopas nicht werden, definiert Susanne Ribbert vom DRK: „Wir wollen hier kein Reservoir von günstigen Aushilfen schaffen, die auf Knopfdruck zur Verfügung stehen und im Zweifel austauschbar sind.“ Auch kostenlose Haushaltshilfen würden durch das Projekt von DRK und Caritas nicht vermittelt.

Ganz unvorbereitet wollen die beiden Frauen die Omas und Opas nicht auf die Realität junger Familien loslassen. Deshalb gibt es zum einen eine Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 23. Mai. Um 15.30 Uhr wird im DRK-Begegnungszentrum, Bahnstraße 55, erklärt, was es mit den Wunschomas und Wunschopas auf sich hat und wie sie zum Einsatz kommen sollen. Für die Interessierten folgt ein Crashkurs in Kinder-Erster Hilfe und vier Vorbereitungstreffen à jeweils drei Stunden am 20. und 27. Juni sowie am 1. und 8. August (jeweils Bahnstraße 55). Ein polizeiliches Führungszeugnis müssen die Wunschomas und Wunschopas auch vorlegen.

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