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Mettmann: Die älteste CDU-Bewerberin und der jüngste CDU-Kandidat zur Kommunalwahl.

Jung und älter im Wahlkampf : Bildung ist ihr Hauptanliegen

Kommunalpolitik ist Kernerarbeit, Ratsmitglieder leisten sie nebenberuflich. Wir haben uns in den Parteien umgehört: Welche Motivation treibt Kommunalpolitiker an? Für die CDU sprechen die älteste Bewerberin und der jüngste Bewerber.

Heidi Hein-Kircher ist sozusagen ein alter Hase im Rat der Stadt Mettmann. Seit 1994 ist die Historikerin bereits Mitglied und stellt sich auch dieses Jahr wieder in ihrem Wahlkreis 5100 (Champagne) zur Wahl. Die Schwerpunkte der geborenen Mettmannerin sind Jugend, Schule und Kultur. „Das sind so meine Steckenpferde“, sagt die 50-Jährige lachend. Schon durch ihren Beruf habe sie „einen Bezug zur Schule, aber auch zum größeren Bildungssystem.“

Heidi Hein-Kircher arbeitet am Herder-Institut in Marburg. Der Forschungsschwerpunkt der habilitierten Historikerin ist die Geschichte Ostmitteleuropas. „Ich wollte damals etwas studieren, was nicht alle studieren“, verrät sie lächelnd. Seit 1991 ist die zweifache Mutter bereits CDU-Mitglied und als sachkundige Bürgerin in der Kommunalpolitik aktiv. „Ich bin wertekonservativ mit einem christlichen Hintergrund. Das war schon immer meine Linie.“

Jonas Röhr war bereits im Jugendrat tätig. Er ist einer der jüngsten Kandidaten. Foto: CDU Mettmann

Liebe zur Heimatstadt
motiviert für die Kommunalwahl

Was ist ihre Motivation sich erneut zur Wahl zu stellen? „Als geborene Mettmannerin liebe ich meine Heimatstadt. Und ich möchte sie lebenswert und liebenswert erhalten. Auch für meine Kinder und deren Generation“, sagt Heidi Hein-Kircher. Ihre wichtigsten Ziele für die nächsten fünf Jahre sieht sie darin, „dass wir als familienfreundliche Stadt genügend Möglichkeiten für eine gute Kinderbetreuung im Kindergartenalter haben“.

Als einstige Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses hat Hein-Kircher begleitet, dass Kindergartenplätze ausgebaut wurden und eine Nachmittagsbetreuung eingeführt wurde. Weitere wichtige Ziele für die nächste Ratsperiode sind für sie „ein Schulsystem, in dem alle Mettmanner Kinder die Möglichkeit haben, auch in Mettmann auf eine weiterführende Schule zu gehen und nicht pendeln müssen und dass wir es trotz knapper Finanzmittel schaffen, ein kulturelles Leben für die Mettmanner Bürger anbieten zu können.“

Jonas Röhr ist einer der jüngsten Kandidaten für die Ratsmitglieder-Wahl. Der 23-Jährige Mettmanner hat den Wahlbezirk 5050, Mettmann Süd. Seit 2019 sitzt er als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bauen, wirtschaftliche Betriebe und Feuerwehrangelegenheiten. Sein politisches Leben fing für Jonas Röhr schon während der Schulzeit am Heinrich-Heine-Gymnasium beim Jugendrat an. „An Politik hatte ich schon immer Spaß“, sagt der 23-Jährige. Anfang 2016 ging es für ihn dann in der Jungen Union weiter, „erst noch ohne Mitgliedschaft und seit Februar 2016 dann als vollwertiges Mitglied.“

Seine politische Arbeit absolvierte Jonas Röhr, während er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann machte. Im Wintersemester 2020 will der Mettmanner dann noch ein Studium zum Berufsschullehrer draufsatteln. „Die politische Arbeit und das Studium kann ich zeitlich gut vereinbaren. Das ist machbar“, meint Jonas Röhr.

Mettmann soll attraktiv
für Jugendliche bleiben

Ein Arbeitsschwerpunkt als Ratsmitglied wäre für ihn, „dass Mettmann auch weiterhin was für Jugendliche zu bieten hat. Wir haben beispielsweise den Bauspielplatz oder das Mehrgenerationenhaus. Aber ich sehe die Gefahr, dass bei angespannter Haushaltssituation solche Angebote im Zweifelsfall hintenüberkippen könnten“. Und da will der 23-Jährige aktiv gegenarbeiten. Ein weiteres Ziel sei die bessere Digitalisierung der Schulen. Da sieht Röhr noch große Probleme. „An meiner Schule gab es nicht unbedingt zu wenig Technik, aber die Wartung war schwierig und auch die Fähigkeiten der Lehrer, mit dieser Technik umzugehen“, erzählt er aus eigener Erfahrung. Und seine persönliche Motivation, Politik zu machen? „Für mich ist Mitarbeit wichtig. Im Moment sehe ich ein Risiko, dass wir uns in eine Egomanen-Gesellschaft entwickeln und jeder nur noch auf seinen Vorteil bedacht ist. Man muss sich einbringen. Das finde ich wichtig.“