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Mettmann: Ausstellung "Aufbrüche" im Kunsthaus Mettmann.

Die vierte ME/open/ART : Das Kunsthaus zeigt „Aufbrüche“ aus vielen Situationen

Ganz spannend wird der Rundgang durch das Kunsthaus Mettmann, wenn dieses am Freitag seine Pforten zur vierten ME/open/ART zum Thema „Aufbrüche“ öffnet.

Die ME/open/ART wurde von Lothar Weuthen vor vier Jahren initiiert und auch dieses Mal von ihm kuratiert. Sie bietet eine sehenswerte Ausstellung. Die von der Jury ausdrücklich gelobte Hängung, die Weuthen mit Martina Chardin geleistet hat, beeindruckt wieder durch ihre Qualität und ihren aktuellem Bezug.

Die Jury, die aus ausgewiesenen, externen Fachleuten besteht, hat in einer digital durchgeführten Vorjurierung 30 Künstlerinnen und Künstler mit 49 Werken in den Kategorien Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur ausgewählt, die in 2020 an der Ausstellung teilnehmen dürfen. Jetzt, kurz vor der Eröffnung, wurden die Exponate im Kunsthaus von der vierköpfigen Jury in natura begutachtet, drei Preise wurden vergeben.

Dass die Jury unabhängig ist und nicht aus Mettmann kommt, ist für Monika Kißling und Henrik Wischnewski, die beiden Motoren des Kunsthauses, unerlässlich und selbstverständlich. Neben diesen drei Preisen der Jury werden am Ende der Ausstellung auch noch drei Publikumspreise vergeben.

Das Thema „Aufbrüche“ ist vor gut einem Jahr ausgeschrieben worden, die Bewerber müssen einen Bezug zu Mettmann haben und die Werke müssen aktuell und dürfen nicht älter als drei Jahre alt sein.

Die Corona-Krise hat auch in die Arbeiten der Künstler Einzug gehalten. Das Thema „Aufbrüche“ kann man nicht nur negativ, sondern auch positiv besetzen. Ein Aufbruch kann auch ein Schritt in etwas Neues sein.

 Ilona Reinhardt hat das Thema mit Corona verwoben. Ihr Wandobjekt „Häutung“ aus Wollvlies und Öl auf Karton bedeutet für sie ein Aufbrechen von innen heraus, eine Eruption. Sie hat damit den ersten Preis gewonnen.

Der zweite Preis der Jury ging an Rolf Lilie. Er zeigt in seinen Fotografien die unterirdischen Steinbrüche, die sogenannten Glockenhöhlen von Maresha in Israel. Die Enge findet Raum in lichter Öffnung. Ein Aufbruch in die Freiheit.

Kirsten Schulenkorf, die Tochter der früheren Vorsitzenden Ludowika Schulenkorf, hat mit ihren sehr lebendigen Szenen am Mekong den dritten Preis gewonnen. Ihre Radierungen bedeuten den Aufbruch in neue Welten. In diesem Fall nach Laos und an den Mekong, wo sie vier Jahre gelebt hat.

Werke mit Bezug auf
aktuelle Geschehnisse

Aber auch Werke, die die Jury nicht mit Preisen bedacht hat, sind teils von beklemmender Aktualität. So die Fotografien von Lothar Weuthen, einem Urgestein in der Mettmanner Kunstszene, von einem Flüchtlingszeltlager. Dem Betrachter drängt sich sofort die Katastrophe auf der Insel Lesbos auf. Oder die Collage von Silke Hartmann, der „Aufbruch in schwierige Zeiten“, ein Mundschutz als Zelt gegen das Corona-Virus unter durch den Klimawandel vertrockneten Bäumen. Allein diese wenigen Beispiele zeugen von der Qualität der Ausstellung und laden zu näherer Betrachtung ein.

Monika Kißling und Henrik Wischnewski war im Gespräch noch wichtig, das neue Konzept, das der Vorstand für das Kunsthaus erarbeitet und das bereits zu Erfolg geführt hat, zu erläutern. Im Gegensatz zu früheren Zeiten steht das Kunsthaus Künstlerinnen und Künstlern seit Beginn des Jahres kostenfrei – wie im Kunstbetrieb üblich – zur Verfügung. Das wurde möglich durch die gesteigerte Anzahl der Ausstellungen, die Vielfalt und Qualität der Veranstaltungen wie z.B. auch Lesungen, Vorträge usw.. So konnte die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt werden, wurden vermehrt Sponsoren gewonnen und Spenden akquiriert, wodurch die finanzielle Situation des Kunstbetriebes nunmehr auf eine gesunde Basis gestellt ist. Eine erfreuliche Entwicklung, die dieses Kleinod im Herzen der Stadt Mettmann erleben lässt.