Masterplan soll das Neandertal aufwerten

Masterplan soll das Neandertal aufwerten

In den kommenden Wochen werden rund um das Museum mehr als 80 Bäume gefällt. Es ist der Beginn umfangreicher Arbeiten.

Mettmann. Lange wurde am Masterplan Neandertal gefeilt, jetzt geht es endlich los. Noch im Oktober sollen die Skulpturen entfernt und vorübergehend eingelagert werden, im November beginnen die Baumfällarbeiten. Bis Februar 2018 soll das komplette Baufeld bereinigt sein, so dass im Frühsommer mit den Erdarbeiten begonnen werden kann. Wenn das Wetter mitspielt, könnte der neugestaltete Bereich südlich des Neanderthal Museums Mitte 2019 fertiggestellt sein, sonst Ende des Jahres. Zum Baubeginn hatte der Kreis zu einer Info-Veranstaltung vor Ort eingeladen. Landrat Thomas Hendele und Museumsdirektor Professor Gerd-Christian Weniger begrüßten die Gäste, die trotz des Regens gekommen waren. „Es wird unruhig im Tal“, eröffnete Hendele und meinte das positiv. „Wir wollen den Weg zum Museum in einer anderen Weise darstellen und die Übergangssituation verändern“. Es werde eine Brücke über einer renaturierten Düssel geben, und der Mettmanner Bach werde endlich wieder wahrnehmbar.

„Viele Augen weltweit schauen auf das Neandertal“, sagte Weniger. Deshalb sei es ein hervorragender Schritt des Kreises Mettmann gewesen, den Erlebniswert erheblich zu steigern, um das Neandertal in einer der Bedeutung seines Namens entsprechenden Weise zu präsentieren. „Es wird in der Bauphase Einschränkungen für das Museum, die Besucher und die Parkplatzsituation geben“, so Weniger. Dafür werde das Ergebnis danach umso schöner sein. „Ich hoffe auf die Geduld der Nachbarn und auf gute Ausschreibungsergebnisse“, ergänzte Hendele. Mit dem Landrat waren viele beteiligte Abteilungsleiter und Ingenieure gekommen, erklärten den Besuchern die ausgehängten Pläne und führten sie auf dem Planungsgelände herum. „Um Blickachsen zu schaffen, müssen 80 Bäume weichen“ erklärte Georg Görtz, Leiter des Planungsamtes des Kreises Mettmann. Zwar hätten viele sowieso gefällt werden müssen, weil sie am Eschentriebsterben litten, trotzdem werden es Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle geben.

Am nördlichen Ende des Parkplatzes wird der Auftaktplatz mit der Gedenktafel für NS-Opfer im Neandertal entstehen. Von dort aus wird der Besucher über die dreiarmige Museumsbrücke entweder zum Museum oder nach Osten Richtung Spielplatz geführt. Zum bisherigen Spielplatz, der mit steinzeitlichen Motiven neu gestaltet wird, kommt ein zweiter Spielplatz für die größeren Kinder hinzu. Dort wird das Kernstück ein acht Meter hoher Stoßlanzenturm sein, der über Kletternetze und Rutschen verfügt. Die Verbindung zwischen beiden Spielplätzen wird als Kletterschlucht gestaltet, weitere Highlights sind die „Bärenhöhle“, die Steinrutsche zum Wasserplatz und eine Kletterwand für Erwachsene.

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