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Landtagswahl NRW: Landtagskandidaten stellen sich vor

Landtagswahl NRW : Landtagskandidaten stellen sich vor

Für den Wahlkreis 38 — Mettmann III (Heiligenhaus, Ratingen) treten bei der Landtagswahl folgende Kandidaten an: Dr. Jan Heinisch (CDU), Elisabeth Müller-Witt (SPD) Christian Otto (Grüne), Sebastian Höing (FDP), Dr. Karl Mühlsiepen (Die Linke) und Uwe Meisenkothen (AfD).

Kreis Mettmann. Elisabeth Müller-Witt hat die politische Basisarbeit von der Pike auf gelernt: Von 1989 bis 1995 war sie Sachkundige Bürgerin, 1995 rückte sie als Ratsmitglied nach, bis 2012 war sie im Ratinger Stadtrat. Noch heute gehört die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins dem Fraktionsvorstand der SPD in Ratingen an, ebenso wie dem Unterbezirks- beziehungsweise dem Kreisvorstand der SPD Kreis Mettmann. Auf Landesebene gehört sie dem Landesvorstand der SPD NRW an und ist unter anderem Sprecherin der SPD Fraktion im Hauptausschuss.

Über ihre politischen Ziele sagt sie: „Nach der Abschaffung der Studiengebühren soll auch die Gebührenfreiheit für die Kita nach und nach eingeführt werden. Künftig soll auch die Berufsausbildung sukzessive von Gebühren befreit werden. So muss in der kommenden Wahlperiode der Weg zur Meisterprüfung von den Gebühren befreit werden. Außerdem wird eine Benachteiligung der Azubis gegenüber den Studenten abgeschafft, auch sie sollen ein kostengünstiges Azubi-Ticket haben.“

Der dauerhafte, öffentlich geförderte Soziale Arbeitsmarkt müsse weiter ausgebaut werden, damit mehr schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose Unterstützung und Anerkennung bekommen. NRW ist momentan schon weit vorne beim Breitbandausbau. Dieser Ausbau muss auch nach der Wahl fortgesetzt werden.

Müller-Witt will in Nordrhein-Westfalen eine Offensive für bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Weitere Ziele für die kommende Legislaturperiode nennt sie in Stichworten: Fertigstellung der L 239 (Schwarzbachtal), Reaktivierung der Westbahn, Realisierung „der von mir mit erreichten Beteiligung der Bahn an der Barrierefreiheit und Modernisierung“ des Bahnhofs Hösel, Entlastungsmaßnahmen für die L422 in Homberg.

Joachim Preuß

Der politische Lebensweg von Jan Heinisch begann früh: Im Alter von gerade 28 Jahren wurde er 2004 zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Heiligenhaus gewählt. Nach dem Abitur hatte es ihn zuvor zum Jura-Studium nach Düsseldorf und Paris gezogen. An der Düsseldorfer Heine-Uni erwarb er schließlich auch den Doktortitel.

Mitglied der CDU ist Heinisch seit seinem 17. Lebensjahr. „Motivierend für meinen Parteieintritt waren damals die Ereignisse rund um die deutsche Wiedervereinigung unter der Kanzlerschaft Helmut Kohls“, sagt er. Heute ist er nicht nur Vorsitzender der CDU im Kreis Mettmann, sondern auch auf Landesebene einer der fünf Stellvertreter von Armin Laschet als NRW-Parteichef. Für Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen wünscht sich Heinisch „die gleiche dynamische Entwicklung, die zum Beispiel die Stadt Heiligenhaus in den vergangenen Jahren erfasst hat“. NRW müsse weg von den bundesweiten Schlusslichtplätzen bei wirtschaftlicher Entwicklung, Sicherheit und Bildung. „Wir geben zum Beispiel bundesweit am wenigsten Geld pro Grundschüler aus. Damit kann man nicht zufrieden sein“, betont er. Konkret auf den Wahlkreis Ratingen/Heiligenhaus übersetzt, bedeutet das für Heinisch zum Beispiel Anpacken an den drängenden verkehrspolitischen Problemen: „Wir merken ja alle tagtäglich, wo wir in Ratingen und Heiligenhaus im Stau stehen, Baustellen nicht vorangehen oder verkehrspolitische Chancen wie die Westbahn nur von oberer Ebene halbherzig unterstützt werden. Diese Themen sind kein unabänderliches Schicksal, sondern mit ein wenig Anstrengung lösbar.“ Als Beispiel verweist er auf den täglichen Homberger Stau oder die halbseitig gesperrte Brücke in der Hofermühle in Heiligenhaus. „Alles lang genug bekannt, alles mit überschaubaren Mitteln lösbar. Trotzdem packt keiner endlich die uralten Ampeln in Homberg an, erhöht die Schlagzahl beim Bau der A44 oder geht endlich die provisorische Sanierung der Brücke in der Hofermühle an. Ich kann nicht fassen, dass man mit so wenig Anspruch an seine politische Arbeit leben kann wie die derzeitige Landesregierung.“ Und das gelte auf vielen Themenfeldern. Heinisch führt den rot-grünen Stärkungspakt Stadtfinanzen an, dem auch seine SPD-Kontrahentin Elisabeth Müller-Witt zugestimmt hat. „Diese Entscheidung hat die Stadt Ratingen viele Millionen Euro gekostet — ohne dass die umgelenkten Gelder den bedürftigen Städten groß weitergeholfen hätten.“ Paul Köhnes