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Lärm: Streetworker bitten um Verständnis

Mettmann : Goethepark: Streetworker setzen sich für junge Leute ein

Lärmgeplagte Anwohner beklagen sich über Ruhestörungen im Goethepark und an anderen Orten. Die CDU fordert den verstärkten Einsatz von Streetworkern. Die wollen helfen, sehen aber ihre Aufgabe nicht in repressiven Einsätzen.

 Wenn sich am Donnerstag der Jugendhilfeausschuss über eine Lösung des Lärmproblems im Goethepark Gedanken macht, dann wollen auch die Streetworkerinnen der Caritas zuhören. Sie kennen die Orte, an denen sich die Jugendlichen aufhalten, und kommen oft genug selbst dort hin. Die Klagen der lärmgeplagten Anwohner können sie nachvollziehen, werben aber auch um Verständnis für die Jugendlichen: „Sie sind auch deshalb im öffentlichen Raum, weil sie die Distanz zu Erwachsenen suchen.“

Zuletzt häuften sich die Beschwerden von Anwohnern des Goetheparks und anderer Plätze. Jugendliche hören dort bis in die Nachtstunden hinein Musik, trinken Alkohol und grölen, so lautet der Tenor. Die Mettmanner CDU hat nun einen Antrag für den Jugendhilfeausschuss gestellt, in dem diese unter anderem „den verstärkten Einsatz des Streetworkers“ im Goethepark, aber auch in den Bereichen Am Schellenberg, Stadthalle, Wilhelmsdenkmal in Metzkausen, Sportanlage „Auf dem Pfennig“, Goethepark, Spielplatz „Am Steinhof“, und den Wiesen entlang des Mettmanner Baches, Höhe Talstraße, fordert.

Einerseits solle es bei den Einsätzen von Streetworker und Ordnungsamt „um die Unterbindung und Ahndung von unerlaubtem Handeln“ gehen, „andererseits um die professionelle Betreuung der Jugendlichen. Hier ist festzustellen, dass es nicht ausreicht, diese von den gewählten Treffpunkten zu entfernen, sondern alternative Möglichkeiten mit ihnen gemeinsam zu entwickeln“, schreibt der Fraktionsvorsitzende der Mettmanner CDU, Richard Bley.

Die Sozialarbeiter der Caritas aber geben zu bedenken, dass es nicht Aufgabe der Streetworker ist, das Fehlverhalten von Jugendlichen zu ahnden.

Sie wollen einen vertrauensvollen Kontakt aufbauen, um den jungen Menschen im Problemfall Hilfe anbieten zu können, beispielsweise, wenn es zum Drogenmissbrauch kommt. Doch es dauere Monate, diesen Kontakt aufzubauen, „und wir können nicht mit dem moralischen Zeigefinger daher kommen“, sagt Sozialarbeiterin Friederike Hegemann. Immer wieder besuche sie die Hotspots, doch „die wollen uns auch nicht ständig da haben. Wenn wir da reingrätschen, dann sind wir wie ein Störfaktor“, und die Jugendlichen machen dicht. Repressive Einsätze müssten Polizei und Ordnungsamt vorbehalten sein. „Es ist nur schade, dass nie jemand mit uns gesprochen hat“, bedauert Caritas-Bereichsleiter Thomas Rasch. Gerne würden die Streetworker der Caritas an Lösungen mitarbeiten, haben sich schon beim Ordnungsamt gemeldet, um Mitglieder der neu zu gründenden Ordnungspartnerschaft zu werden. „Die Stadt sollte überlegen, welche Plätze man Jugendlichen zur Verfügung stellen will“, finden die Sozialarbeiter. Denn klar ist für sie und Thomas Rasch: „Auch die Jugendlichen sind Bürger unserer Stadt und haben ein Anrecht auf den Aufenthalt im öffentlichen Raum.“