Kulturmenschen aus Mettmann, Erkrath und Hilden heben Festival "Andertal" aus der Taufe

Mettmann : „Andertal“ startet im Oktober

Kulturschaffende aus Mettmann, Erkrath und Hilden haben für das Festival das Programm organisiert.

Wer mag jetzt schon an den Herbst denken? Den 3. Oktober sollte man aber unbedingt vormerken, denn dann wird um 14.30 Uhr eine ungewöhnliche Wandergruppe ab Ausflugscafé Neandertal No. 1 ins Grüne aufbrechen: Ein gerade erst ins Neandertal gezogener italienischer Jazzposaunist und sein Orchester, begleitet vom Posaunenchor des CVJM Hochdahl und einer noch offenen Zahl von Zuschauern und -hörern. Klingt ver­heißungsvoll.

Dieser ganz sicher aufhorchen lassende Auftakt des Festivals „Andertal“ soll Mensch, Musik und Natur im Verlauf einer ungewöhnlichen Prozession zusammenbringen. Wer Jazz und Klassik mag, aber auch neugierig ist auf neue Musik, sollte die Schuhe schnüren. Denn es soll „Andertal“ betreten werden, und zwar freudig, sagen jene, die das (Fremdes und Vertrautes verbinden wollende) Festival gemeinsam ersonnen, geplant und von einigen Sponsoren Geld dafür bekommen
haben.

Dahinter stecken Constanze Backes und Bodo Herlyn

Es stecken stadtbekannte Köpfe dahinter: Caterina Klusemann vom Café Neandertal No. 1 und Constanze Backes und Bodo Herlyn von der Mettmanner Kulturvilla kennen sich schon länger und machen jetzt ganz offiziell gemeinsame Sache. „Wir sind beide mit unseren Einrichtungen etwa drei Jahre am Start. Wir wollen jetzt mal über den Tellerrand hinausblicken und die nächste Stufe zünden“, erzählt Bodo Herlyn.

Wohl wissend, dass es Geld vom Land NRW geben könnte, wenn Kultureinrichtungen zusammenarbeiten, haben die drei ein Festivalkonzept geschrieben, einen Antrag gestellt und prompt eine Förderung bekommen. Das hat ihnen viel Arbeit und dem Publikum ein beachtliches Programm eingebracht. Die dazugehörigen Faltblätter werden gerade ausgelegt und auch die Internetseite des Festivals kann schon besucht werden.

Vier Orte sind im Spiel, wenn das Festival startet. Im Neanderthal-Museum an der Talstraße ist die preisgekrönte Regisseurin Britta Wandaogo zu Gast, deren Film „Krokodile der Familie Wandaogo“ dort zu sehen ist. Weil sich an diesem Abend alles um Afrika, seine Menschen und Mythen dreht, gibt es dazu im benachbarten Café Neandertal No. 1 ein afrikanisches Buffet. Das Naturschutzzentrum Bruchhausen, ebenfalls Teil des Festivals, lädt zu einer zwei Kilometer langen Elementenwanderung ein – Erde, Feuer, Wasser und Luft sind zu erleben.

In der Mettmanner Kulturvilla an der Beckershoffstraße erklingt Musik aller Weltregionen und es entsteht ein Orchester, zu dem jeder Besucher mit Instrument und/oder Stimme beitragen kann. Das Hildener Radio- und Fernsehmuseum „QQtech“ fügt sich mit einem elektronischen Konzert und einem Auftritt der Formation Ambessengers, deren Musiker aus Deutschland, aber auch aus Togo, Portugal und Russland stammen, in die Veranstaltungsreihe ein. Im Neandertal-Café kann man auch noch heimischen Dichtern und Denkern und Schülern, mit denen sie zusammenarbeiten, über die Schultern schauen und beim „Tag für die Vielfalt“ im Museum unter anderem mit seinen eigenen Vorurteilen ins Gespräch kommen. Wer mag da nicht schon an den Herbst
denken?

Mehr von Westdeutsche Zeitung