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Kreisleitstelle plant ihren Umzug

Kreisleitstelle plant ihren Umzug

Die Einsatzzentrale der Feuerwehr platzt aus allen Nähten. Bis der geplante Neubau fertig ist, muss ein anderes Domizil her.

Mettmann. Handwerker sind bereits dabei, neue Wände einzubauen. Danach kommen die Techniker dran: Sie ziehen in dem ehemaligen Firmengebäude in der Straße Auf dem Hüls neue Kabel ein. Viele Kabel. Denn im Februar kommenden Jahres soll hier die Kreisleitstelle für den Übergang ihren neuen Standort haben.

Kreisleitstelle? Übergang? Sollte es da nicht einen Neubau geben? Ja, das ist richtig. Voraussichtlich 2021 soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. Der Kreis will sie in direkter Nähe zur Kreispolizeibehörde errichten. Doch schon jetzt platzt die Leitstelle, die in der Feuerwache der Stadt Mettmann untergebracht ist, aus allen Nähten. Für Ruheräume der Feuerwehrleute - und damit auch die Besatzung der Leitstelle - sowie als Aufenthaltsort für den Notarzt wurden bereits zwei externe Wohnungen angemietet. Das ist kein haltbarer Zustand, sagt Nils Hanheide, beim Kreis Mettmann Dezernent für Recht, Ordnung und Umwelt. Er ist damit auch für den Bevölkerungsschutz und die Kreisleitstelle verantwortlich.

Sie soll nun also umziehen in ein ehemaliges Firmengebäude in der Straße Auf dem Hüls in Mettmann. Das ist eine Immobilie in privatem Eigentum, das der Kreis schon für andere Behörden angemietet und genutzt hat. Aktuell sind dort die Abteilung Bevölkerungsschutz sowie die Führung der Kreisleitstelle untergebracht. Logistisch bietet es große Vorteile, wenn nun auch die Leitstelle dort ihren Standort hat, sagt Mirko Braunheim, stellvertretender Kreisbrandmeister.

Nils Hanheide, Kreis Mettmann

800 000 Euro soll es kosten, allein die nötige Technik in dem Übergangsquartier zu installieren. Rausgeworfenes Geld, weil die Leitstelle in zwei Jahren ja doch in den Neubau einzieht? Mitnichten, sagt Hanheide. Denn auch in der alten Leitstelle hätte die Informationstechnologie erneuert werden müssen. „Das stand ohnehin an“, betont der Dezernent.

Das Übergangsquartier aber biete viele Vorteile. Neben großzügigeren Räumen auch die Möglichkeit, einen weiteren Notarzt-Standort einzurichten. Das ist nötig, weil der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises dies so vorsieht. Fünf Notarztstandorte hat der Kreis bislang - in Mettmann, Ratingen, Hilden, Langenfeld und Velbert. Die aber reichen bei der steigenden Zahl von Rettungsdiensteinsätzen nicht mehr aus. Ein weiterer muss her, und das möglichst zentral und binnen Jahresfrist. So schreibt es der Bedarfsplan vor. Also kommt ein weiterer Notarzt nach Mettmann. „Und noch einen Notarzt in irgendeine Wohnung packen, das ist alles andere als einsatzgerecht“, sagt Hanheide. Mit dem Umzug wird die Kreisleitstelle also aufgerüstet - und das in gleich mehrfacher Hinsicht. Die Zahl der Einsatzleitplätze, an denen jährlich bis zu 120 000 Notrufe eingehen, wird von neun auf zehn erhöht, berichtet Braunheim. Die dazu erforderlichen Tische samt Technik besorgte der Kreis gebraucht aus anderen Städten - gratis. 26 Beschäftigte arbeiten zurzeit in der Leitstelle, verstärkt durch Mitarbeiter der städtischen Feuerwehr Mettmann. Diese vertraglich vereinbarte Unterstützung ist aber Ende Juni ausgelaufen, so dass für die Kreisleitstelle weiteres Personal gesucht wird. Zehn Mitarbeiter sollen mit dem Umzug neu eingestellt werden.

Aber: „Es gibt keinen Markt für Feuerwehrleute“, sagt Braunheim. Das Personal ist knapp - und um die wenigen Kandidaten konkurrieren alle Standorte in NRW. Eine Kreisleitstelle muss ein attraktives Arbeitsumfeld bieten, um mithalten zu können. Der Umzug in ein Übergangsquartier ist ein erster Schritt dahin.