1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Mettmann

Kreis Mettmann: Wie schützt sich die Polizei vor Covid-19?

Ansteckungsgefahr im Alltag : Polizei schützt sich vor Corona

Das Coronavirus macht vor niemandem Halt. Auch Polizisten sind bei ihrer täglichen Arbeit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Deswegen gibt es bei der Kreispolizei Mettmann einen Pandemiekoordinator.

Der Mindestabstand kann bei der Polizeiarbeit nicht immer eingehalten werden. Auch das Tragen einer Schutzmaske ist bei manchen Einsätzen nicht möglich. Daher sind Polizisten laut der Corona-Schutzverordnung des Landes von der Maskenpflicht befreit. Doch was passiert zum Schutz der Beamten, die sich täglich mit Situationen konfrontiert sehen, die sie selbst gefährden können?

„Zu Beginn der Pandemie im März haben wir ein Pandemie-Gremium gegründet“, sagt Andreas Feller, Polizeihauptkommissar und Pandemiekoordinator bei der Kreispolizeibehörde Mettmann. „Wir sind die erste Anlaufstelle für die Kollegen, wenn es um Covid-19 geht.“ Dabei organisiert das Gremium nicht nur Schutzmasken und Desinfektionsmittel, sondern ist rund um die Uhr erreichbar für alle Fragen, Sorgen und Ängste, die sich um das Virus drehen. Einen Pandemie-Koordinator zu haben, ist Pflicht für jede Polizeibehörde im Land. Die Organisation wird der Behörde selbst überlassen. „Unser Ziel ist, die Funktionsfähigkeit der Polizei zu erhalten, damit wir unsere Aufgabe, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bewahren, erfüllen können.“

Masken und geänderte Dienstpläne sollen schützen

Aktuell besteht der Pandemiestab im Kreis Mettmann aus mehreren Mitarbeitern, zu Beginn der Pandemie „waren wir teilweise zu sechst“. Bisher waren zum Schutz der Polizei vor allem Masken im Einsatz. „Von der sogenannten Community-Stoffmaske für den täglichen Gebrauch beispielsweise bei Fahrzeugkontrollen bis zur FFP2-Maske in Situationen, in denen eine Corona-Gefährdung für die Beamten besteht“, berichtet der Pandemie-Koordinator.

Damit Ansteckungen innerhalb der Polizei möglichst vermieden werden, wurden zudem die Dienstpläne umgestellt. „Wir arbeiten jetzt mit festen Dienstgruppen im Früh-, Mittags- und Nachtdienst, damit es zu möglichst wenig Durchmischung kommt und wir so das Ansteckungsrisiko bei einem Covid-Infektionsfall reduzieren können“, erläutert Feller.

Die bisherige Infektionszahl innerhalb der Kreispolizei zeige, „wir gehen den richtigen Weg. Die Corona-Erkrankungen liegen seit März im einstelligen Bereich.“

Konkreter wird Udo Kutsche, der Kreisverbandsvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Mettmann. „Wir hatten bisher insgesamt neun Covid-Fälle, ein Kollege ist aktuell noch krank.“ Die Gewerkschaft hat sich zum besseren Schutz der Kollegen für Temperaturmessstationen auf den Polizeiwachen stark gemacht. „Wir haben schon beim ersten Lockdown die Anschaffung von Messgeräten von der Behörde gefordert“, sagt Kutsche. „Die Kreispolizeibehörde will da aber nicht ran mit dem Argument, dass sich die Kollegen bei normaler Temperatur in falscher Sicherheit wiegen könnten.“

Daher hat die DPolG im Kreis Mettmann nun selbst Messstationen für die Wachen angeschafft. Die Temperaturmessgeräte sind auf den Dienststellen an den Info-Brettern der Gewerkschaft montiert. „Jeder, der möchte, kann sie nutzen. Freiwillig, absolut kontaktlos und ohne viel Aufwand“, erläutert Kutsche. Die Messstationen können in einer Minute bis zu 50 Messungen schaffen.

Von den fünf großen Wachen im Kreisgebiet sind bisher drei ausgerüstet, in Mettmann, Hilden und Langenfeld. „Wenn es bei der bisherigen guten Nutzung bleibt, werden wir auch noch die fünf kleineren Wachen ausrüsten.“ Die Aktion sei vorerst lokal beschränkt. „Wünschenswert wäre aber eine landesweite Ausstattung durch die Polizeibehörden selbst“, meint der Kreisverbandsvorsitzende.

Die Pläne, dass der Polizei Schnelltests zur Verfügung gestellt werden sollen, stößt auf Zustimmung der Gewerkschaft und der Polizeibehörde.

Pandemiekoordinator Andreas Feller: „Alles, was die Kollegen zusätzlich schützen kann, ist gut und wir begrüßen es sehr.“