Kreis Mettmann: Tourismus hat hohe Zuwachsarten

Kreis Mettmann : Touristen entdecken die Region

Besonders beliebt bei Reisenden ist die Stadt Monheim am Rhein. Die übrigen kreisangehörigen Städte haben das Nachsehen.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres verzeichnen die Regionen Düsseldorf und Kreis Mettmann im NRW-weiten Vergleich die höchsten Zuwächse bei den Gästezahlen. Das teilt jetzt das statistische Landesamt mit. Die Zuwächse liegen in Düsseldorf und dem Kreis Mettmann, der als touristisches Gebiet zusammengefasst wurde bei 3,8 Prozent. Das klingt nach einer guten Nachricht, ist aber keine: Denn die positive Zuwachsrate, die ein statistisches Mittel für Düsseldorf und den Kreis bildet, resultiert einzig und alleine daraus, dass die Städte Düsseldorf einen einstelligen und Monheim sogar einen zweistelligen Zuwachs bei Gäste- und Übernachtungszahlen vorweisen können. Alle anderen Städte des Kreises verzeichnen sinkende Zahlen.

Diese Tendenz ist zwei Effekten zuzuschreiben, sagt Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga und zuständig für den Kreis Mettmann. „Seit Mai diesen Jahres ist in Monheim ein neues Hotel am Markt, das ,Comfort-Hotel’ an der Rheinpromenade. Es vergrößert das Bettenangebot mit 358 Betten enorm. Bisher gab es 380 Betten in Monheim“, erläutert Hausmann. Dass die Werte der übrigen Städte im laufenden Jahr gesunken sind, liege daran, dass „2018 nicht zu den Top-Messe-Jahren gehört wie zum Beispiel 2017“, sagt Hausmann.

Wie viele Hotels gibt es im Kreis?

Zum Stichtag 30. September gab es im Kreis Mettmann 99 geöffnete Betriebe mit mindestens zehn Betten, drei mehr als im vergangenen Jahr. Sie führten 7410 Betten (2017: 7570).

Wie stark waren ihre Betten ausgelastet?

Die mittlere Auslastung lag bei 36,1 Prozent (2017: 38,2). Die größte Auslastung im Kreis wies dabei Monheim mit 38,7 Prozent aus, die niedrigste Wülfrath mit 32,7 Prozent.

Wie lange bleiben die Touristen?

Die mittlere Aufenthaltsdauer sank von 1,8 auf 1,7 Tage. Diese kurze Dauer weist darauf hin, dass die Hotels im Kreis vor allem Messegäste und Geschäftsreisende beherbergen.

Welche Städte sind beliebt?

Die meisten Gästeankünfte im Kreis hat dabei Ratingen mit 163.522 (minus 6,5 Prozent) zu verzeichnen, ebenso die meisten Übernachtungen (260 950, 7,3 Prozent weniger als im Vorjahr). Aber auch Mettmann (103 491) verzeichnet noch Gästeübernachtungen im sechsstelligen Bereich. Als einzige Stadt im Kreis verzeichnet Monheim sowohl bei den Gästeankünften (plus 58,6 Prozent) und den Übernachtungen (28,7 Prozent) Zuwachsraten.

Wie viele Gäste besuchten den Kreis Mettmann?

Die Zahl der Gästeankünfte hat sich im Kreis Mettmann verringert. Von Januar bis September zählten die Statistiker 396 511 Gästeankünfte, das sind 1,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Gäste aus dem Ausland ist in diesem Zeitraum um 7,7 Prozent auf 88 158 gesunken. Die Zahl der Gästeübernachtungen sank ebenfalls um 3,9 Prozent auf 691 565.

Bringt das neue Hotel in Monheim die Branche in Schieflage?

Isabel Hausmann vom Dehoga glaubt nicht daran. „Das kann man so pauschal nicht sagen. Es kommen auch wieder bessere Messejahre. Grundsätzlich beleben Hotels einen Standort immer. Das Monheimer Hotel bringt neue Gäste in die Stadt. Man hat mehr Möglichkeiten, auch größere Gruppen anzunehmen. Zudem ist es Ansporn für die bestehenden Betriebe, wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass Hotelbauten „mit Augenmaß“ getätigt werden müssen, da Nacht für Nacht auch viele Betten leerstehen“, mahnt Hausmann. Der Kreis Mettmann profitiere zwar von den Messen in Düsseldorf und Köln. Doch auch in diesen beiden Metropolen seien einige neue Hotels geplant. Sie werden den Betrieben im Kreis Mettmann sicherlich Gäste wegnehmen.

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