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Konzert der Mettmanner Nenninghoven-Stiftung war ein himmlisches Vergnügen

Mettmann : Schwestern zaubern adventliche Klänge

Die Maria Nenninghoven Stiftung lud zum „Konzert im Advent mit Lesung“ ein.

Flöte und Harfe – ein bezauberndes Duo, das sich am Samstag beim Konzert der Maria Nenninghoven Stiftung im ökumenischen Zentrum Heilige Familie präsentierte. Doch nicht nur die beiden wunderschön harmonierenden Instrumente genossen die vielen Zuhörer, nein, gespielt wurden sie von zwei jungen Mädchen, von denen sich die jüngere Melissa mit ihren zwölf Jahren noch nicht einmal zum Kreis der Teenager rechnen konnte.

Zwei Schwestern, Töchter einer hochmusikalischen Mutter, wie sie erzählten, die selbst früher diese beiden Instrumente und Klavier gespielt hat, gestalteten das traditionelle Konzert im Advent und Ekkehard Feustel, Motor dieser Jahrzehnte alten Reihe, war wieder einmal erfolgreich bei der Suche nach außergewöhnlichen Interpreten.

Als Vorsitzender des Stiftungsrates begrüßte Pfarrer Klaus Schilling die treue Fangemeinde und natürlich die beiden jungen Musikerinnen. Julia mit ihren 15 Jahren schon mehrfach Preisträgerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und anderen Wettbewerben, stimmte das Publikum mit einem Harfenkonzert von Georg Friedrich Händel ein, dessen bekannte Melodien förmlich ins Gemüt perlten.

Gekonntes Spiel
verblüffte das Publikum

Aus einem Spätwerk des großen Barockmeisters Johann Sebastian Bach, einer Partita, trug Melissa Dietrich, auch schon Preisträgerin, eine Sarabande vor und verblüffte mit gekonntem Spiel. Die Höhepunkte des Nachmittags aber erlebten die Gäste, wenn die beiden Schwestern gemeinsam musizierten. Dieses herrliche Zusammenspiel der Instrumente, gepaart mit der entzückend schüchternen Anmut der beiden Interpretinnen, musste einen gefangen nehmen und die beiden Allegri von Bach erforderten sehr flinke Finger.

Neu im Kreise der Vorleser war Johannes Ludwig, der mit einer hübschen Weihnachtsgeschichte aus dem nicht so hübschen Chicago des frühen 20. Jahrhunderts unterhielt, das von Arbeitslosigkeit, bitterer Armut und Elend geprägt war. Doch „Das Paket des lieben Gottes“ nahm ein wundersam versöhnliches Ende, eben weihnachtlich.

Ein toller Höhepunkt war die Moldau in einer verkürzten Bearbeitung für Harfe. Dieses wunderschöne Plätschern des noch jungen Flüsschens erfuhr auf der Harfe ganz besonderen Zauber und Julia Dietrich glänzte mit diesem Vortrag. Die kapriziöse Komposition „Entr‘acte“ von Jacques Ibert gehört zu den Standards der Flötenliteratur und erhielt durch die Klänge der Harfe statt einer Gitarre noch besonderes Flair.