Koffer stecken voller Symbolkraft

Koffer stecken voller Symbolkraft

Eine Aktion will Mettmanner Kinder mit den besten Wünschen für ihr Leben ausstatten. Dafür werden symbolisch Koffer mit Werten gepackt.

Mettmann. „Diese Koffer sind Symbole für das Leben“, leitet Irina Wistoff ein und zeigt im Johanneshaus kleine Gepäckstücke, die es gleich zu befüllen gilt. Zu den Gästen zählen Ute Stöcker, stellvertretende Bürgermeisterin von Mettmann, Sozialdezernentin Ute Piegeler, Pfarrer Herbert Ullmann mit Kirchenvorstandsmitglied Dirk Wermelskirchen sowie Caritas-Bereichsleiter Klaus Faulhaber-Birghan. „Sie alle kennen Kinder, die Ihnen persönlich am Herzen liegen“, führt Irina Wistoff weiter aus: „Das kann Ihr eigener Nachwuchs sein oder derjenige von Freunden, den Sie ins Herz geschlossen haben.“ Oder alle Kinder aus Mettmann, sagt Wistoff weiter, das können die Ehrengäste so breit oder so eng fassen, wie es ihnen beliebt. Wistoff ist von Beruf Museumspädagogin.

Ihre Mitmach-Aktion „Ein Koffer für das Leben“ soll Kindern Materialien mit hoher immaterieller Symbolkraft entgegenbringen. Auf einem Tisch steht eine kunterbunte Anzahl an Gegenständen. Am deutlichsten fallen sechs Buchstaben auf, die nebeneinander das Wort „Koffer“ bilden. Neben ihnen stehen außerdem Bücher, Spielzeuge, Figuren oder Steine. Aber auch eine Chilischote: „Was könne dieses scharfe Gewürz bedeuten?“, möchte Wistoff von den Anwesenden wissen. Es könne für ordentliche Schärfe im Leben sorgen, scherzt sie.

Denn das Besondere hinter der Aktion: Bevor sie in die Koffer kommen, müssen die Gegenstände von den Erwachsenen eigens mit Bedeutungen versehen werden. „Was möchte ich dem Kind mit auf den Weg durch sein Leben mitgeben?“, fasst Wistoff den Gedanken der Mitmach-Aktion zusammen. Jeder der Gäste greift sich einen Koffer. Klaus Faulhaber-Birghan nimmt sich viel Zeit für Inhalt und Packliste, eine handgeschriebene Notiz für die Kinder, in der die Symbolik der Gegenstände gedeutet wird. Folgende Dinge hat der Caritas-Bereichsleiter ausgewählt: eine Flasche mit Seifenblasenflüssigkeit („für das Magische im Leben“), eine Brille („für einen analytischen Blick“), ein Herz („als universales Prinzip“), ein Boot („für leidenschaftliche Hobbys — ich bin selber Segler“), einen Schlüssel („für Zugang zu sich und anderen Menschen“), ein Überraschungsei („jeder neue Tag birgt eine neue Chance“) und einen Delfin („für die Schönheit der Natur“).

Ihm gegenüber sitzt Pfarrer Herbert Ullmann. Er meint, das Leben verdeutliche sich an vielfältigen Symbolen: „Es sind nicht nur die augenscheinlichen Dinge, die zählen“. Die Aktion „Ein Koffer für das Leben“ bezeichnet er als eine „wunderbare, kreative Sache“.

Besonders Kinder drücken sich weniger argumentativ oder rational aus. Der Geistliche fasst zusammen: „In solchen Symbolen erstrahlt das Wesen eines Kindes unmissverständlich“. Ist ein Koffer fertig gepackt und die Packliste komplett, werden diese von Irina Wistoff fotografiert. Die Fotos werden den Kindern mit auf den Weg gegeben und zusätzlich vom 24. bis 29. Juni in St. Lambertus ausgestellt.