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Initiative sucht für Mettmann neuen Bürgermeister

Mettmann : Initiative sucht neues Stadtoberhaupt

Eine Gruppe von Bürgern kritisiert den Bürgermeister: Mit einer Stellenanzeige für sein Amt für die Kommunalwahl 2020.

Nach dem Streit um den Weinsommer und dem Aufmarsch der als rechtsextrem eingestuften Partei „Der III. Weg“ in Mettmann ist offenbar nur scheinbar Ruhe um die Diskussion zum Verhalten des Bürgermeisters eingekehrt. Unter der Oberfläche brodelt es weiter: Bislang 15 Bürger haben sich zusammengeschlossen, um mit einer vermeintlichen Stellenanzeige unter dem Titel „Bürgermeister/in gesucht“ zur bevorstehenden Kommunalwahl im Herbst 2020 für das Amt des Stadtoberhauptes zu werben. Die Anzeige soll in der zweiten Juni-Woche veröffentlicht
werden.

Der Text dieser Anzeige ist ironisch formuliert. Sie greift niemanden persönlich an, nennt keine Namen. Doch aus dem Text wird Kritik an der Amtsführung des jetzigen Bürgermeisters Thomas Dinkelmann ersichtlich. So heißt es beispielsweise unter dem Punkt „Wir erwarten“: „Vollste Unterstützung für beliebte öffentliche Veranstaltungen, statt Steine in den Weg zu legen“ oder „Transparenz und Offenheit, damit Ihnen die Glaubwürdigkeit nicht abhanden kommt“.

Unter dem Punkt „Wir bieten“ heißt es in der Anzeige: „Ein schönes großes Dienstzimmer, für das Sie sich die Bilder an der Wand selbst aussuchen dürfen“ oder „Garantierte mediale Aufmerksamkeit (mit schönen Fotos) zu allen erdenklichen repräsentativen Gelegenheiten“.

Den Unterzeichnern sei bewusst, dass die Anzeige in Mettmann Diskussionen auslösen werde, heißt es in einer E-Mail, mit der die Gruppe weitere Unterstützer für diese Anzeige sucht. Doch das sei auch so beabsichtigt, heißt es weiter in dem Text. Friedhelm Kückels ist einer der Unterzeichner. Auf die Aktion angesprochen, will er jedoch noch abwarten: „Von unserer Seite kommt zurzeit kein Statement. Das wird erfolgen nach Erscheinen der Anzeige.“

Auch Bürgermeister Dinkelmann ist das Vorhaben offenbar schon zu Ohren gekommen. „Es sind immer dieselben, die da in die Bütt gehen. Da spielen massive Eigeninteressen eine Rolle“, kommentiert er die Vorgänge. Stil und Inhalt seien „polemisch“. „Das finde ich entbehrlich, man sollte immer um die Sache streiten“, sagt Dinkelmann.

Dinkelmann bleibt dabei, sich 2020 zur Wiederwahl zu stellen

Er fordert die Verantwortlichen, die „solch polemische Vorstöße machen“, dazu auf, „den Hut in den Ring zu werfen und sich zur Bürgermeisterwahl zu stellen“. Er selbst bleibe dabei, sich zur Wiederwahl zu stellen: „Eine Amtszeit ist für viele Projekte zu wenig.“ Daher wolle er Zeit bekommen, um sie zu Ende zu bringen.

Hat der Bürgermeister es versäumt, seine Kritiker mitzunehmen? „Was mir sonst entgegenkommt, ist eher Zuspruch“, antwortet Dinkelmann und hält den Anteil derjenigen Bürger, die mit seiner Amtsführung zufrieden sind, für weitaus größer als den seiner Kritiker. Allerdings gab es im Nachgang zur Kundgebung der Partei des „III. Wegs“ auch Forderungen nach seinem Rücktritt. Das sei jedoch kein Grund für ihn, aufzugeben: „Es gab immer mehr Zuspruch als Kritik“, betont Dinkelmann: „Man kann es nicht allen Menschen Recht machen.“

Bezeichnend: Unter „Wir erwarten“ heißt es in der Anzeige auch: „Bürgernähe, die ihren Namen auch verdient. Mettmanner bellen manchmal laut, aber sie beißen nicht.“