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IndepenDance überzeugt in der 2. Bundesliga

Tanzen : „IndepenDance“ verschafft sich Respekt

Die Tanzformation des TuS Hilden bejubelte beim Turnier in Brühl den Einzug ins Finale.

Als die Formation „IndepenDance“ des TuS Hilden im vergangenen Sommer als Tabellenerster den Sprung in die 2. Bundesliga Nord-West schaffte, war der Jubel der Tänzerinnen groß. Im September stieg die Gruppe unter der Leitung von Maren Klever in die Vorbereitung auf die neue Herausforderung ein. Allerdings gab’s einige kleinere Veränderungen. So treten die Hildenerinnen nicht mehr im Jazz und Modern Dance an, sondern im Jazz und Modern Contemporary, das ist aber nur ein anderer Name für den gleichen Inhalt. Das gilt auch für die Trainerin, die nach ihrer Heirat Maren Vorster heißt und Mutter einer fünfeinhalb Monate alten Tochter namens Elise ist. Und dann sind da noch die fünf Zugänge aus der aufgelösten Jugend-Verbandsliga-Formation, die das Gesicht von IndepenDance aber nur wenig wandeln.

17 Tänzerinnen bilden die Gruppe, die jetzt in der 2. Bundesliga ihr Glück versucht. Für sie ist die höhere Klasse absolutes Neuland, die sie aber motiviert in Angriff nehmen. Ein halbes Jahr lang übten sie ihre neue Choreographie ein. Das Grundgerüst kreiierten wie schon im Aufstiegsjahr ­Andreas Schmidt und Kristine Krieger – zwei Profi-Tänzer, die bei der Deutschen Meisterschaft im Solo und Duo den Titel gewannen. „Die beiden bringen die Ideen ein, wir setzen sie nur noch um“, berichtet Maren Vorster. Besonders stolz ist die TuS-Trainerin, dass die Choreographie eine Geschichte erzählt von Menschen, die in der Wüste sind und in der Hitze Wasser brauchen, damit sie nicht verdursten. Sie beten um Regen, der am Ende tatsächlich einsetzt. Eine Geschichte, die das Publikum, aber auch die Wertungsrichter beim Auftaktturnier in Brühl beeindruckte und am Ende auf Platz fünf führte.

Zuvor aber war die Anspannung groß. „Aus taktischen Gründen“ gingen die Hildenerinnen mit 14 Tänzerinnen an den Start. „Beim ersten Turnier weiß man noch nicht, wo man steht, deshalb setzt man zunächst einmal nur die stärksten ein“, sagt Vorster und erklärt: „Wir wollen alle einsetzen, aber wir möchten auch nicht direkt wieder absteigen.“ Die Choreographie zur orientalischen Musik ist letztlich auf zwölf Tänzerinnen ausgerichtet.

Die Nervosität vor den ersten Klängen der Musik war groß

Unter den zehn Formationen, die in Brühl mit von der Partie waren, erkämpften sich die Hildenerinnen gleich in der ersten Runde Respekt. Vor den ersten Klängen der Musik war die Nervosität aber groß. „Da geht der Puls auf 180, so aufgeregt ist man. Selbst als Trainerin hat man weiche Knie“, gesteht ­Maren Vorster und ergänzt: „Man sagt sich: Lass es einfach vorbeigehen ohne große Fehler.“ Ein Wunsch, der in Erfüllung ging, denn selbst die Hebungen mit mehr als zwei Personen klappten. „Für eine geht’s da richtig hoch – das kann auch schiefgehen“, sagt Vorster. Einige aus der Formation tanzen schon seit mehr als 15 Jahren, trotzdem waren sie aufgeregt „wie beim ersten Mal“.

Groß war der Jubel, als der Einzug in die Zwischenrunde feststand. Diesmal lief es deutlich besser für die TuS-Formation, die ihre Nervosität abgelegt hatte. Als Turnierleiter Sven Lorig verkündete, dass die Vorstellung sogar fürs Finale reichte, kullerten jedoch die Tränen, zumal Lorig, ebenfalls aus Hilden kommend, die Spannung hoch hielt und beim Vorlesen der letzten fünf keine Miene verzog. „Es hat alle unheimlich gefreut, dass wir als Aufsteiger oben mitmischen können“, macht Vorster aus ihren Emotionen keinen Hehl. Weil’s im Finale nicht optimal lief, blieb es am Ende bei Rang fünf. „In ihrem Gefühlschaos haben die Mädels wirklich nicht ihre beste Leistung gezeigt“, stellt Vorster fest, nimmt das aber gelassen.

Das nächste Turnier sollte am 28. März in Dinslaken steigen, ist aber wegen Corona abgesagt. Ob die Veranstaltung am 16. Mai in Schöningen klappt, ist ebenfalls fraglich. Und dann wäre noch das Heimturnier am 23. Mai in Hilden. „Wir wissen nicht, wie sich das Ganze entwickelt“, ist Vorster ob der Austragung erst einmal skeptisch, zumal momentan kein gemeinsames Üben mehr möglich ist. „So eine Pause wirft einen ganz schön zurück – für so eine Choreographie braucht man schon Kondition“, erläutert Vorster und ergänzt: „Im Teamsport ist das immer doof, wenn man sich nicht absprechen kann.“ So muss sich nun jede Tänzerin allein fit halten. „Vielleicht können wir die Chorerographie auch über eine Video-Konferenz durchsprechen“, überlegt Vorster. Denn eines ist für die Trainerin ganz klar: „Die anderen hinter uns scharren schon, aber wir wollen das Ergebnis, also Rang fünf, auf jeden Fall ­halten.“