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Impfzezrum Erkrath ist betriebsbereit, Impfstoff ist noch nicht vorhanden

Impfzentrum planmäßig am Netz : Fälle in Altenheimen häufen sich

Impfzimmer, Aufklärungsräume und Registrierung im Erkrather Impfzentrum sind betriebsbereit. Die Ausschilderung rund ums Gebäude ist da. Nun warten alle gespannt darauf, wann ein Impfstoff in der EU zugelassen wird.

Die Inzidenz im Kreis Mettmann steigt weiter an. Am Mittwoch meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 202,4 – nur 0,4 Punkte unter dem bisherigen Rekord am 6. November. Am Dienstag lag der Wert noch bei 185,3. Gestorben sind eine 78-Jährige aus Ratingen, ein 85-Jähriger aus Hilden, eine 75-Jährige aus Mettmann und ein 83-Jähriger aus Velbert. Verstorbene zählt der Kreis bislang 193.

Auswirkungen auf die ohnehin schon verschärften Schutzmaßnahmen hat diese Entwicklung bisher jedoch nicht, wie Kreissprecherin Daniela Hitzemann erklärt. „Am Mittwoch ist erst die neue Coronaschutzverordnung in Kraft getreten“, sagt sie. Die reguliere ohnehin schon sehr viel und müsse jetzt erst einmal wirken. Wenn auch das nichts bringt, könne man nur noch über Ausgangssperren wie in Solingen oder weitere Kontaktbeschränkungen nachdenken. „Wir als Kreis Mettmann sind jedoch nicht die Großstadt mit der Partyszene, die nachts um die Häuser zieht.“ Trotzdem: „Wir fragen aber jetzt erst noch mal bei Städten nach, ob sie Regelungsbedarf sehen“, sagt Hitzemann.

In Solingen (Inzidenz 257,5) gilt seit diesem Mittwoch eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Während dieses Zeitraums ist es den Bürgern fortan lediglich aus „gewichtigen Gründen“ erlaubt, sich außerhalb der eigenen Wohnung aufzuhalten. Solingen gehört nach wie vor zu den Städten, die bundesweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Zu den „gewichtigen Gründen“, die eine Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung rechtfertigen, zählen unter anderem ehrenamtliche Einsätze von Hilfsorganisationen, Einsätze im Rahmen medizinischer Notwendigkeiten, die Begleitung von hilfsbedürftigen Personen, Gottesdienste aus besonderen Anlässen sowie die notwendige Versorgung von Tieren – also das abendliche Gassi gehen mit Hunden. Personen, die sich nicht an die neuen Regelungen halten und dabei erwischt werden, müssen bis zu 300 Euro Strafe zahlen.

Sich an die Vorgaben zu halten ist wichtig, auch mit Blick auf Senioren und Altenheime. Hier steigt die Zahl der an Corona-Erkrankten massiv. Mit 25 Corona-Fällen ist das Infektionsgeschehen im Seniorenheim Neandertal in Mettmann als Ausbruch zu bezeichnen. Hier sind 14 Bewohner und elf Mitarbeiter infiziert. Die Einrichtung steht seit Samstag komplett unter Quarantäne. Auch Mettmanns Caritas-Altenstift Vinzenz von Paul-Haus verzeichnet aktuell mehrere Corona-Infektionen. Gleiches gilt für die Bergische Diakonie Aprath, hier seien exemplarisch die Zahlen im Haus-August-von-der-Twer mit 17 Bewohnern sowie einer Bewohnerin aus dem Haus-Luise-von-der-Heyden genannt.

In Rekordzeit sind gleich mehrere Impfstoffe gegen das Sars-Cov2-Virus entwickelt worden. In Kürze könnte die Zulassung für die EU erfolgen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte erste Impfungen zu Weihnachten in Aussicht. Im Kreis Mettmann wird das Impfzentrum in Erkrath betrieben. Organisation und Logistik sind startklar, medizinisches Personal, die Terminvergabe und die Durchführung der Impfungen, sobald ein Impfstoff verfügbar ist, übernimmt hier die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. „Die Impfzentren können voraussichtlich im Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen“, heißt es seitens der KV.

Der Impfstoff gegen das Coronavirus wird in der ersten Zeit nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen, deswegen können nicht alle, die sich impfen lassen möchten, dies auch direkt tun, heißt es weiter. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung zunächst vorrangig für Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie Menschen von mehr als 80 Jahren.

Medizinisches Personal, Ärzte sowie Tätige etwa in Senioren- und Altenpflegeheimen müssen wegen des hohen Infektionsrisikos, dem sie ausgesetzt sind, ebenfalls besonders geschützt werden. „Wichtig ist auch der Schutz derjenigen Ärztinnen und Ärzte sowie der Helfer, die in den Impfzentren und bei den mobilen Teams, aber auch bei der Versorgung von Covid-19-Patienten in den Praxen und im Notdienst ebenfalls einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind – auf sie können wir in den kommenden Monaten nicht verzichten“, sagt Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.