Hunde - nur angeleint durch die Natur

Hunde - nur angeleint durch die Natur

Mit einem Faltblatt sollen Hundebesitzer ermuntert werden, ihre Tiere beim Gassigehen in Naturschutzgebieten immer an der Leine zu führen.

Haan. Wenn Landschaftwächter Hans-Joachim Friebe in Naturschutzgebieten Hundehalter auf ihre frei laufenden Vierbeiner anspricht, muss er mit allem rechnen. "Ich wurde schon getreten und bespuckt, während meine Frau bedroht wurde", erzählt der engagierte Naturschützer von unangenehmen Begegnungen.

Dabei müssen Hunde sowohl im Neandertal als auch im Spörkelnbruch (Flora-Fauna-Habitaten, abgekürzt: FFH-Gebiete) immer an der Leine geführt werden. Auf Wegen an der Grube 7, im Mahnerter Bachtal, im Hühnerbach- sowie im Itterbachtal dürfen Hunde von der Leine gelassen werden, müssen aber im Einwirkungsbereich des jeweiligen Hundeführers bleiben. "Dort ist allein an die Toleranz der Hundehalter zu appellieren", erläutert Friebe und bedauert, dass er und sein Kollege nur ein Weisungsrecht haben. "Knöllchen oder ähnliches dürfen wir nicht ausstellen."

Aber weil immer mehr Hundebesitzer ihre Tiere auch abseits aller Wege laufen und streunen lassen, bekommen sie in dieser Woche nicht nur ihren Hundesteuerbescheid, sondern ein grünes Faltblatt "Hunde in den Haaner Naturschutzgebieten" zugeschickt.

Das Faltblatt klärt Hundehalter über die Haaner Naturschutzgebiete auf, erläutert die Regeln für sie und ihre Tiere in Wald und Feld und appelliert eindringlich: "Nehmen Sie (. . .) bitte Rücksicht auf die wild lebenden Tiere und Pflanzen und führen Sie Ihre Hunde in den Haaner Naturschutzgebieten an der Leine!" Denn: In Haan und Umgebung fehlt es an Auslaufflächen für die Vierbeiner. Ihre Besitzer gehen daher daher in den Naturschutzgebieten mit ihren Vierbeiner Gassi.

"Wissen Sie überhaupt, was Ihr Hund alles anrichtet?", fragt Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe, wenn er auf Hundehalter trifft, die ihre Vierbeiner in den geschützten Bereichen herumstrolchen lassen.

Tatsächlich würden es die meisten nicht wissen oder nicht wissen wollen. Durch das Toben der Hunde abseits der Wege werden geschützte Tiere, wie Brutvögel oder Kaninchen, gestört. Auch das Planschen der Hunde in Gewässern schreckt Enten, Teichhühner und Wasseramseln auf.

Eine Lösung für das Problem könnte das Anlegen von so genannten Hundespielwiesen sein, wo die Tiere buddeln und spielen können, ohne die Natur zu stören. "Die Zirkuswiese in Gruiten an der Düsselberger Straße/Sinterstraße, wäre dafür zum Beispiel sehr geeignet", schlägt Friebe vor. Allgemein gehe die Anzahl vieler geschützter Tierarten im Kreis Mettmann drastisch zurück, während die Zahl der Hunde stark zunehme.

Faltblatt: Das grüne Infoblatt "Hunde in Haaner Naturschutz" wird an 1600Haushalte verschickt.

Naturschutzgebiete: Auf Haaner Stadtgebiet liegen die sechs Naturschutzgebiete: Grube7, Neandertal (auch Düsseltal genannt), Mahnerter Bachtal, Hühnerbachtal, Spörkelnbruch und Itterbachtal.

Bussgeld: Verlassen Hunde im Naturschutzgebiete die Wege drohen Bußgelder zwischen 25 und 2500 Euro - je nach Fall und schwere des Verstoßes.

Steuer: Ein Hund kostet pro Jahr 96 Euro, bei zwei Hunden kostet jedes Tier 108 Euro, bei drei Tieren je 120 Euro. Wer ein Hund aus dem Tierheim aufnimmt, zahlt ein Jahr lang keine Hundesteuer. Menschen mit Behinderungen, die auf einen Hund angewiesen sind, erhalten - je nach Einzelfall - eine Ermäßigung oder werden von der Steuer befreit.

Kontakt: Ansprechpartner sind Roland Schmidt (Kreis Mettmann), Telefon 02104/992827, Email roland.schmidt@kreis-mettmann.de sowie die Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe, Telefon 02104/61209, und Volker Hasenfuß, Telefon 02129/51355.

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