Hochdahl: Paketservice – oder auch nicht

Hochdahl: Paketservice – oder auch nicht

In Hochdahl steht die erste Packstation der Stadt. Bei der Vorstellung am Dienstag funktionierte sie allerdings nur eingeschränkt.

Hochdahl. Der Vorführeffekt verschont auch die Post nicht. Da will das Unternehmen stolz Erkraths erste Packstation in der Stadt vorstellen, und wie aufs Stichwort stellt sich eine Hochdahlerin vor die Anlage im Bereich der Tierfutterhandlung am Edeka-Parkplatz neben dem Hochdahler Markt, zückt eine golden und damit wichtige glänzende Plastikkarte und will ein Päckchen abholen.

"Ich habe nichts mit der Post zu tun", versichert die Frau. Sie sei vor wenigen Minuten per SMS darüber benachrichtigt worden, dass ihre Bestellung - eine DVD - zum Abholen in der neuen Packstation bereit liege.

Der Beobachter schweigt beeindruckt - bis zu dem Moment, als die Kundin ihre Karte zwecks Identifizierung in den Leseschlitz einführt und nichts passiert. Immerhin zeigt das Gerät einen Fehler an und bittet darum, die Nummer der Hotline zu wählen.

Post-Pressesprecher Achim Gahr ist nicht amüsiert, telefoniert hektisch und schafft es tatsächlich, dass die Frau kurz darauf ihren Film (Titel: "So weit die Füße tragen") aus einem der 80 Fächer des Poststation entnehmen kann. "Zu 99,9 Prozent bin ich mit dem Service zufrieden", sagt sie noch und bringt damit Farbe ins Gesicht des Post-Sprechers zurück.

Dieser zählt die Vorteile der Packstation auf, von denen in 1.600 Orten bundesweit 2.500 stehen. "Nach Anmeldung unter www.packstation.de erhalten die Kunden die Karte mit persönlichem Pin. Dann können sie bestimmen, zu welcher Packstation ihre Lieferung gebracht werden soll." Hat der Fahrer das Paket in ein Fach der Station gelegt, "wird der Empfänger per SMS oder E-Mail benachrichtigt", sagt Gahr.

Ganz einfach sei Möglichkeit, Pakete nicht abzuholen, sondern zu verschicken. "Das geht ohne Registrierung." Zumindest theoretisch, denn faktisch weigerte sich die Packstation am Dienstag auch bei dieser Aktion, ihr ganzes Können zu zeigen. Sie zeigte erneut eine Störung an.

Da ist es gut, dass die Post diese Stationen als zusätzlichen Service versteht. "Es gibt deshalb keine Entlassungen", versichert Achim Gahr. Wirtschaftlich lohnt sich das Konzept für die Post trotzdem: "Wir verschicken insgesamt mehr Pakete", so Gahr.