Hochdahl: Im Einsatz für ein Tempolimit

Hochdahl: Im Einsatz für ein Tempolimit

Wolfgang Becker geht es um die Sicherheit und den Lärm an der Fuhlrottstraße.

Hochdahl. Seit 21 Jahren wohnt Wolfgang Becker an der Dechenstraße in unmittelbarer Nähe zur Fuhlrottstraße. Trotzdem hat er in der vergangenen Woche einige seiner Nachbarn überhaupt erst kennengelernt. "Und viele ihrer Wohnzimmer", sagt der 58-Jährige und lacht.

Dort hat er in den letzten Tagen Unterschriften gesammelt, die er am Donnerstag Bürgermeister Arno Werner überreicht hat - gemeinsam mit einem Bürgerantrag. Sein Ziel: Der Lärm auf der Fuhlrottstraße soll reduziert und die Sicherheit für Fußgänger erhöht werden.

Um dies zu erreichen, schlägt der ehemalige Bundespolizist verschiedene Möglichkeiten vor: Den Bau von Verkehrsinseln, Aufpflasterungen, Rechts- vor Links-Regelungen, sogenannten Flüsterasphalt und auch verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei.

"In den vergangenen Jahren ist das Verkehrsaufkommen und damit auch der Geräuschpegel stetig gestiegen", sagt Wolfgang Becker. Dafür gibt es für ihn diverse Gründe: Zum einen führe die Steilheit der Straße dazu, dass die Fahrzeuge hochtourig den Berg hinauffahren sowie bergab und bergauf das Tempolimit 50 nicht einhalten.

Dass immer mehr Autofahrer die Fuhlrottstraße nutzen, liegt nach Meinung des 58-Jährigen daran, dass die Haaner Straße mit ihren vielen Ampeln umfahren wird. Gleiches gilt für die Schimmelbuschstraße, wo es eine Tempo-30-Zone gibt und häufig geblitzt werde.

Nicht nur Wolfgang Becker und viele Anwohner hoffen auf verkehrsberuhigende Maßnahmen, sondern vor allem die Schüler des Bergischen Internats und die Bewohner der Seniorenwohnanlage Rosenhof. "Um in den Park zu gelangen, muss die Fuhlrottstraße überquert werden, und das ist echt gefährlich, wenn die Autos angerast kommen", sagt Joachim Exner, Direktor des Rosenhofs Hochdahl, der stellvertretend für alle Bewohner unterschrieben hat.

So hat es auch Bernd Kesseler, Schulleiter des Bergischen Internats, gemacht. "Er hat für 200 gefährdete Schüler unterschrieben", erklärt Wolfgang Becker. "Aus jedem Haushalt habe ich auch nur jeweils einen unterschreiben lassen, so dass ich dem Bürgermeister 40 Unterschriften überreichen konnte."

Das Gespräch mit Arno Werner sei sehr positiv verlaufen. Trotzdem wird es noch dauern, bis eine Entscheidung in Sicht ist (siehe Kasten). "Grundsätzlich wollen wir immer gerne die Wünsche der Bürger erfüllen", sagt der Bürgermeister. "Und in diesem Fall hört sich der Antrag auch sehr plausibel an."

Ausreichend Unterstützung hat Wolfgang Becker, und bald darf er wenigstens auf eine kleine Besserung hoffen. "Die anstehende Öffnung der Bergischen Allee wird sicherlich etwas Entlastung bringen, es wird jedoch nicht ausreichend sein", sagt der 58-Jährige. Um bereits vor der Kommunalwahl Signale von der Politik zu erhalten, hat Wolfgang Becker nicht nur die Unterschriften gesammelt und den Antrag gestellt, er hat den Bürgermeisterkandidaten sowie allen Parteien ein Schreiben zukommen lassen. "Ich hoffe, dass sie Stellung beziehen", sagt Becker.

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