Hochdahl: Ein Delfin soll Robin helfen

Hilfsaktion: Für die Therapie eines schwer behinderten Kindes(2) fehlt der Familie das Geld.

Hochdahl. Robin ist ein aufgeweckter kleiner Mann. Für einen noch nicht ganz Dreijährigen erzählt der rothaarige Knirps munter, was ihn beschäftigt. Normal ist in Robins Kinderwelt jedoch wenig. In einem einzigen Satz liegen sein Schicksal und der Schmerz seiner Eltern, die untrennbar miteinander verknüpft sind. "Robin kann nicht laufen."

Mutter Manuela zieht sich auch fast drei Jahre nach der Geburt der Magen zusammen, wenn sie erlebt, wie ihr Sohn diese Worte beim Anblick herum tollender Kinder sagt. Sind sie doch schlicht wie Tonnen schwer.

Robin ist behindert. Er leidet an einer Zerebralparase, ausgelöst durch Sauerstoffmangel bei der Geburt. "Er kann nicht sitzen, nicht stehen, nicht laufen", sagte Manuela Wüsthoff, die mit ihrem Mann und zwei weiteren Kindern an der Willbecker Straße wohnt.

Die Schwangerschaft verlief dramatisch: Drei Monate lag die Mutter nach inneren Blutungen im Bett, um das Leben von Robin - und seinem Zwilling - nicht zu gefährden. "Trotz Wehen hemmender Mittel setzten in der 29.Schwangerschaftswoche Wehen ein", erinnert sie sich an die dunkelsten Stunden ihres Lebens.

Bevor die Ärzte Robin entbinden konnten, mussten sie ein vier Pfund schweres Blutgerinsel - und den toten Bruder herausholen. "Nach der Geburt hörte ich kein Kind schreien. Nur das OP-Besteck klapperte." Erst Tage später erfuhr sie, dass ihr Sohn, der auf der Frühchenstation lag, eine Hirnblutung erlitten hatte und körperlich schwer behindert ist. "Er ist nicht geistig behindert", betont die Mutter.

Die Familie kümmert sich liebevoll um Robins Wohl. Neben der rein medizinischen Behandlung suchten und fanden die Eltern auch therapeutische Möglichkeiten, die ihrem Sohn gut taten. Dazu gehörte eine Reittherapie. Bis sich bei Robin eine schwere Allergie gegen Pferde einstellte.

Jetzt gilt die Hoffnung auf Linderung von Robins Krankheit einer Delfintherapie, die auf Curacao angeboten wird - eine Insel, die zu den Niederländischen Antillen gehört. Der Kontakt schwer kranker Menschen wie Robin mit den intelligenten wie hoch sozialen Tieren soll helfen, die Koordination seiner Bewegung zu verbessern.

Dem entgegen stehen allerdings rund 14000 Euro. Soviel kostet der Aufenthalt der Familie auf der Insel. "Die Familie muss mit einbezogen werden, damit die Behandlung Erfolg hat", sagt Wüsthoff.

Damit Curacao kein Traum bleibt, sind Hilfsprojekte erforderlich. Wie das des TSV Hochdahl, der den Erlös seiner zweiten Marathonveranstaltung auf Spinningrädern am 7. November den Wüsthoffs überreichen wird. "Im Vorjahr sind 550 Euro zusammen gekommen", sagte Fritz Hoppe, Vorsitzender der TSV.

Auch wenn es diesem Jahr mehr wird, ist weitere finanzielle Unterstützung für die Familie erforderlich. Wer bereit ist zu helfen, kann sich bei Manuela Wüsthoff melden - unter Telefon 02 10 4 / 50 64 84.

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