Hochdahl: Ausstellung LOKart - Alte Hasen und junge Haie

Hochdahl: Ausstellung LOKart - Alte Hasen und junge Haie

Gestern Abend wurde im Lokschuppen „LOKart“ eröffnet – eine der größten Kunstschauen der Region.

Hochdahl. Wenn sich Bilder wie aus anderen Galaxien neben Holzschnitten und Drahtplastiken wiederfinden, dann ist es "LOKart". Zum 14. Mal zeigen Erkrather Künstler seit gestern Abend im Lokschuppen am Ziegeleiweg ausgewählte Arbeiten.

Unter den 19 Künstlern sind "alte Hasen" wie Sabine Clemens und Wolfgang Maria Löbberding, die seit Jahren an der Schau im Lokschuppen teilnehmen, und junge, erfolgshungrige Haie wie Simone Mack und Astrid Kappen, die zum ersten Mal dabei sind. "120 Erkrather Künstler hatte ich angeschrieben, davon haben sich 70 zur Teilnahme beworben", sagt Nicole Hüskes vom städtischen Kulturamt.

Dass es in diesem Jahr nur 19 Künstler sind, die ihre aktuellen Arbeiten zeigen, hängt auch damit zusammen, dass "diesmal einige großformatige Werke dabei sind". Sogar im Lokschuppen ist der Platz eben begrenzt.

"Das Leben ist kein Ponyhof", ein watteweiches, weißes Objekt auf grünem Grund namens "Traum" oder "Philemon und Baukis" - zwei Miniaturskulpturen, die auf die griechische Mythologie referieren - jedem Kunstobjekt wird in der Schau gebührender Platz eingeräumt.

Vollkommen unterschiedliche Einlassungen werden präsentiert. So steht ein Triptichon quasi neben einer ironischen Idee, nämlich einer Stickerei, in der aus Baumwolle auf Baumwolle im Kreuzstichmuster "Ein Mann ist ein Mann" gestickt steht.

Ganz besondere Aufmerksamkeit zwischen Ölbildern mit Titeln wie "Schrott" und "Geflügel" von Michael Oliver Flüß, in Glas gerahmten Holzschnitten (Anita Herzog-Graf) oder dem überdimensionierten Tuch "Mantel der Holunderfrau", erdacht von Henriette Astor, stehen die großformatigen Arbeiten von Hyacinta Hovestadt.

Für ihre aus Wellpappe geschnittenen, geschichteten und verklebten Arbeiten wurde der 54-Jährigen der erstmals vergebene Jury-Preis verliehen. "Mit zwei Arbeiten - ,kooge’ und ,Kapsel’ - bleibe ich im Thema der Hüllen- und Schalenformen, mit denen ich 2006 startete", sagte die Erkratherin. Ähnlich wurde die "Höhlung" gestaltet, die jedoch aus einem kompakten Block herausgeschnitten zu sein scheint.

Mehr von Hyacinta Hovestadt wird in ihrer Einzelausstellung in der Kreissparkasse zu sehen sein, die der Jury-Preis beinhaltet.

Übrigens konnten auch alle Besucher der Vernissage am gestrigen Abend darüber abstimmen, wem der Publikumspreis zugedacht wird. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht vor.

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