Hitzewelle: Mettmanner, Erkrather und Wülfrather suchen nach Abkühlung

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Folgen der Hitze im Kreis Mettmann

Händlerstände auf Wochenmärkten schließen früher und Schüler bekommen Hitzefrei.

Die Hitzewelle hat auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb: Die Grundschule am Neandertal in Mettmann hat in dieser Woche mittags ab 11.30 Uhr Hitzefrei. An anderen Grundschulen wird gleich oder ähnlich verfahren.

Die beiden Gymnasien in der Kreisstadt haben sich auf eine einheitliche Regelung geeinigt: Das Konrad-Heresbach-Gymnasium und das Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) schicken die Schüler der Sekundarstufe I am heutigen Dienstag und am Mittwoch nach der vierten Stunde nach Hause. „Schüler, die eine Betreuung an unserer Schule benötigen, können natürlich länger bleiben“, sagt Holger Cornels, stellvertretender Schulleiter am HHG. Das HHG ist ein Gymnasium im Ganztagsbetrieb.

Schüler der Sekundarstufe II haben generell kein Hitzefrei und müssen bis zur letzten Unterrichtsstunde ausharren. „Allerdings werden wir in kühlere Räume und Bereiche der Schule umziehen“, sagt Cornels mit Blick auf dieses Verfahren.

In dieser Woche sollen die Temperaturen auf über 35 Grad klettern. Deshalb wird der Müll in Mettmann bis Freitag bereits ab 6 Uhr abgeholt. Darauf weist der städtische Baubetriebshof hin. Die Mülltonnen müssen also bis 6 Uhr morgens zur Leerung am Straßenrand stehen. Diese Zeiten gelten auch für Sperrmüll.

Verwaltungsangestellte können
in Wülfrath früher arbeiten

Damit die Hitze in den Büros nicht so unerträglich ist, hat die Stadtverwaltung Wülfrath folgende Regelung getroffen. „Wir erlauben unseren Mitarbeitern im Sommer (15. Juni bis 31. August) früher zu beginnen, und zwar bereits um 6.30 Uhr“, heißt es aus dem Haupt- und Personalamt. „Im Rahmen der gleitenden Arbeitszeit können sie dann auch frühzeitig in den Feierabend gehen.“ Bei extremen Temperaturen stelle die Verwaltung außerdem Wasser für die Beschäftigten bereit.

Eine einheitliche Regelung für die Wülfrather Schulen gibt es nicht. Das Schulamt verweist auf Vorschriften, nach der die Schulleiter selbst entscheiden können. Das Gymnasium Wülfrath handhabt es daher in dieser Woche so, dass die Schüler der fünften bis neunten Klasse nach der sechsten Stunde, also nach 13.20 Uhr, keinen Unterricht mehr haben. „Außerdem wird geprüft, wie warm die einzelnen Räume sind. Besonders unter dem Dach kann es sehr heiß werden“, erklärt Schulleiter Joachim Busch. „Da wir jetzt aber keine Abiturjahrgänge mehr haben, gibt es momentan genug freie Räume, auf die ausgewichen werden kann.“

An der Freien Aktiven Schule Wülfrath gibt es in der Regel kein „hitzefrei“, weil sich dort die Schüler ihren Unterrichtstag relativ frei einteilen können, wie Geschäftsführer Robert Freitag erklärt. „Am Mittwoch werden wir für interessierte Schüler einen Ausflug in ein Freibad anbieten“, erzählt Freitag. Auch in Erkrath liegt es im Ermessen der Schulleiter, ob der Betrieb wegen Hitze frühzeitig beendet wird. Dafür müsste die Raumtemperatur 27 Grad übersteigen.

Das Erkrather Ordnungsamt weist darauf hin, dass Geschäfte mit verderblichen Waren auf dem Hochdahler Wochenmarkt am kommenden Donnerstag eher schließen könnten als üblich. Die Feuerwehr Erkrath, die bereits in der vergangenen Woche mit der Belüftung des vom Umkippen bedrohten Hochdahler Stadtweihers begonnen hat, appelliert an die Bürger, achtsam zu sein und beispielsweise keine brennenden Zigaretten an Straßenränder oder im Wald wegzuwerfen.

Wer draußen unterwegs ist, sollte eine Kopfbedeckung tragen

DRK-Kreisverbandsarzt Thomas Nasse hat auch einige Tipps bei der anhaltenden Sommerhitze. Er empfiehlt zum Durstlöschen Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte, Schorle, isotonische Getränke, Kräuter- oder Früchtetees. Wichtig sei es auch, möglichst keinen Alkohol zu trinken, bestenfalls alkoholfreies Bier. Wer ins Freie geht, sollte eine Kopfbedeckung tragen und die Haut mit Sonnenschutz eincremen. Sportliche Aktivitäten sollten frühmorgens oder spätabends
stattfinden.

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