Helmut Kreil, Baas der Aulen ist gestorben.

Mettmann : Trauer um Helmut Kreil

Der Aulen Mettmanner ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Er war ein hilfsbereiter Mensch, der seinen Mitmenschen, wo es ging zur Seite stand. Helmut Kreil ist jetzt im Alter von 92 Jahren gestorben. Er ebnete vielen Menschen den Weg, in Mettmann eine neue Heimat zu finden, sich in Medamana wohlzufühlen.

Es war kein Wunder, dass der junge Helmut Kreil mit 19 Jahren seine berufliche Tätigkeit im Mettmanner Sozialamt begann. Er half Flüchtlingen bei der Wohnungssuche, gab Tipps und Ratschläge. Geprägt hatten ihn sein Elternhaus und die Erfahrungen in der Kriegszeit. Die Stadt Mettmann errichtete 1952 auf Veranlassung des Arbeitsamtes Velbert mit Hilfe des Arbeitgebervereins ein Lehrlingsheim in der Gottfried-Wetzel-Straße. Helmut Kreil wurde Geschäftsführer. Er half vielen jungen Menschen, eine Arbeit zu bekommen und eine Perspektive zu gewinnen.

1958 wurde er Chef im Mettmanner Sozialamt, wechselte dann zum Kreis und bekleidete auch da den Posten des Sozialamtsleiters, zuletzt als Verwaltungsdirektor. Immer wieder suchten ihn Menschen auf und baten um Hilfe. Irgendwie schaffte es Helmut Kreil aufgrund seiner Erfahrung und seiner guten Beziehungen, wirkungsvoll zu unterstützen. Doch das waren nicht alle seine Tätigkeitsfelder: Helmut Kreil war Kreisgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Geschäftsführer des Ortsverbandes des Deutschen Jugendherbergwerks und im Landesverband tätig.

Helmut Kreil ist quasi ein Synonym für die Heimatvereinigung „Aule Mettmanner“. Er war viele Jahre Vorsitzender und zuletzt Baas. Wann er genau eingetreten ist, konnte er in einem Gespräch zwischen uns nicht mehr sagen. Das war auch unwichtig.

Viel wichtiger waren seine wirkungsvollen Bemühungen, die Geschichte, die Tradition, die Mundart seiner Heimatstadt zu bewahren. Immer, wenn ich irgendwelche Fragen bezüglich geschichtlicher Zusammenhänge in Mettmann hatte, ging ich zur Oberen Talstraße und fragte bei Helmut nach. Ich bekam stets eine profunde Antwort. Doch ohne Kaffee und Gebäck ließen mich Helmut und seine liebe Frau Käthe nicht weg. Er war es auch, der mir 1992, als ich nach Mettmann kam, Wege in der Stadt ebnete. Bereits nach wenigen Wochen war ich Mitglied bei den Aulen, später im Vorstand. Zusammen haben Helmut Kreil, Michael Schaffers und ich zahlreiche Serien und Beiträge über die Geschichte der Stadt Mettmann veröffentlicht.

Stolz war er auf das Stadtgeschichtshaus, Domizil der Aulen Mettmanner. Beim Umbau der ehemaligen, rund 400 Jahre „Alten Bürgermeisterei“ im Haus Mittelstraße 10, zu einem stadtgeschichtlichen Museum war er maßgeblich beteiligt.

Helmut Kreil hatte ein großes Herz für Kinder: Seine Stadtführungen, bei denen er Schülern ihre Heimatstadt näher brachte, waren beliebt. Für sein mannigfaltiges Wirken erhielt Helmut Kreil zahlreiche Auszeichungen. Unter anderem den Rheinland-Taler, das Bundesverdienstkreuz und die Herzog-Adolph-Medaille.

Die Stadt Mettmann verliert in Helmut Kreil ein Original im besten Sinne, eben einen Aulen Mettmanner und einen Menschenfreund. Ich habe einen väterlichen Freund verloren.

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