Haaner Tafel: Der Andrang wird immer größer

Haaner Tafel: Der Andrang wird immer größer

Soziales: Die Wirtschaftskrise bekommen die Helfer der Aktion jetzt zu spüren. Vor der Tür stehen die Menschen Schlange, um günstig Dinge des täglichen Bedarfs kaufen zu können.

Haan. Die Nachfrage erscheint den Helfern immer größer: Reinhold Deitermann von der Haaner Tafel ist sich sicher: "Es kommen stetig mehr zu unserer Ausgabe." Das zeige sich darin, dass die Öffnungszeit im Zentrum der freien evangelischen Gemeinde immer öfter verlängert werden müssten - weil noch Gruppen von Abholern vor der Tür warten. Organisatorin Marion Beckershoff schaut jetzt jeden Dienstag bei der Ausgabestelle vorbei. So hält sie die Verbindung zwischen den Helfern und dem Büro im Gebäudes des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer (SKFM), dem Träger der Haaner Tafel.

Rund 100 zusätzliche Ausweise habe sie im vergangenen Jahr an Bedürftige ausgegeben, berichtet Beckershoff. Damit dürften jetzt etwa 450 Personen die gespendeten Lebensmittel abholen. Hinter jedem Kunden stehe eine ganze Familie. Von den Berechtigten kämen wöchentlich etwa 100 in die Ellscheider Straße. Es seien nicht immer die Gleichen, aber gegen Monatsende würden es regelmäßig mehr. "Die Wirtschaftskrise verschafft uns mehr Kunden", so die Feststellung der Organisatorin.

Dabei würden die Spenden knapper. An Obst, Gemüse und Brot sei zwar kein Mangel. Das ist leicht verderbliche Ware, die von den Supermärkten und Bäckern schon nach kurzer Zeit nicht mehr zum Kauf angeboten wird. Molkereiprodukte aber haben ein Haltbarkeitsdatum, darauf können sich die Märkte einstellen. "Die Läden kalkulieren inzwischen knapper", vermutet Beckershoff.

Auf den Tischen der Tafel fehlten deshalb immer öfter Milch und Joghurt. Butter sei praktisch überhaupt nicht zu bekommen. Außerdem habe die Tafel nur in Ausnahmefällen ein Angebot von haltbaren Pflegeartikeln oder Toilettenpapier. Hier helfen gelegentlich Spenden von Privatleuten.

Abwechselnd verwandeln 45 Helfer jeden Dienstag das Untergeschoss des Gemeindezentrums in einen Raum der Fülle. Auf langen Tischen - mit geblümtem, gelbem Wachstuch ansprechend aufgestellt - warten kistenweise Obst, Gemüse, Brot und Kuchen auf die Abholer.

Wie viel es ist, kann Beckershoff nicht schätzen: "Es ist eine merkliche Unterstützung im wöchentlichen Budget der Kunden. Außerdem helfen unsere Lebensmittel bei einer gesunden Ernährung." Alles ist sortiert und vorgeputzt. "Das ist sehr viel Arbeit", erkennt Beckershoff die Leistung der Helfer an.

Vor allem Männer würden für die Gruppe noch gesucht, die bei den schweren Kisten anpacken können. Außerdem kämen sie als Fahrer und Beifahrer in Frage. Der Lohn: "Es macht sehr viel Freude", sagt Agnes Deitermann, Gruppenleiterin in der Ausgabe, "Wir sind ein tolles Team."